Chemie
Sekundarstufe I
Chemische Bindungen & Kräfte
Nichtmetallatome bilden Moleküle
Datum:

Edelgase – Nichtmetalle ohne Verbindungen

Was macht die Stoffe besonders? Und was die Atome dieser Stoffe?

23.02.2026
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Gregor von BorstelGregor von Borstel
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Die Idee dahinterPDF

Die Idee dahinter

Ziele
Die Lernenden benennen den Zusammenhang zwischen "Reaktionsträgheit" und der Tatsache, dass Edelgasatome atomar vorliegen und aufgrund vollständig besetzter Außenschalen energetisch stabil sind.

Die Lernenden ...

  • beschreiben die besonderen Eigenschaften der Edelgase und deren Reaktionsträgheit.
  • erklären die Stabilität von Edelgasen mithilfe der Elektronenverteilung (volle Außenschale).
  • nutzen Modelle (Schalenmodell, PSE³) zur Beschreibung von Strukturen und Eigenschaften.
  • deuten die Beobachtung „reagiert nicht“ auf der Teilchenebene.
  • stellen Zusammenhänge zwischen Struktur und Eigenschaft verbal, zeichnerisch und symbolisch dar.
  • beurteilen die Bedeutung der Edelgaskonfiguration als stabiles energetisches Ziel anderer Atome (Bezug zu Reaktivität, Verwendung als Schutzgase).
  • reflektieren den Nutzen chemischer Modellvorstellungen zur Erklärung von Stabilität.
Beschreibung

Leitgedanken zur Einführung der Bindungslehre mit dem PSE3

Funktion der Einheit im Lernprozess
Diese Unterrichtseinheit markiert den bewussten Auftakt zur Bindungslehre in der Sekundarstufe I. Die Edelgase bieten mit ihrer makroskopisch „inerten“ Eigenschaft einen anschaulichen Ausgangspunkt, um das Basiskonzept „Stabilität durch Elektronenverteilung“ einzuführen. Der Fokus liegt dabei auf der Teilchenebene: Lernende verstehen, dass Edelgasatome aufgrund ihrer voll besetzten Außenschale energetisch stabil und deshalb reaktionsträge sind.

Einführung des PSE3 als Strukturierungswerkzeug
Das Periodensystem in drei Ebenen (PSE3) unterstützt den systematischen Vergleich zwischen Edelgasen und Nachbarelementen. Es ermöglicht die gleichzeitige Verknüpfung von Stoff-, Teilchen- und Atomebene – ein zentrales Ziel des kompetenzorientierten Chemieunterrichts. So wird z. B. aus der farblichen Hervorhebung und Schalenmodell-Darstellung die Besonderheit der Edelgase unmittelbar visuell erfassbar.

Modellbildung und Sprache gezielt fördern
Das Lernprodukt (z. B. Steckbrief ) dient der mentalen Verankerung des Referenzmodells „Edelgaskonfiguration“. Es vereint symbolische, visuelle und sprachliche Elemente und fungiert als künftiger Referenzpunkt für alle weiteren Bindungstypen. Begriffe wie „atomar“, „voll besetzte Außenschale“ oder „stabiler Zustand“ werden bewusst eingeführt, korrekt verankert und sprachlich handlungsfähig gemacht.

Didaktische Reduktion und Anschlussfähigkeit
Komplexe quantenmechanische Konzepte (z. B. Orbitale) werden bewusst reduziert zugunsten einer funktionalen Erklärung, die das Bindungsstreben anderer Atome verständlich vorbereitet. Diese Einheit legt somit konzeptuell, sprachlich und methodisch das Fundament für die gesamte Bindungslehre.

Der Gedanke des PSE3 folgt dem didaktischen Konzept von Matthias Kremer & Ulrich Bee1.

Das besonders Hilfreiche ist u. E., dass dargestellt wird, wie auf der Teilchenebene Verbindungen genau eines Elements zusammengesetzt sind.

Es stehen kostenlose Versionen dieses PSE online zur Verfügung, wir haben aber eine exakt für uns passende Version erstellt.

Gerne könne Sie die editierbaren Excel– und PowerPoint-Dateien für Ihre Zwecke nutzen.

Einbettung

Hier kommt dein Text… Wähle einen beliebigen Teil deines Textes aus, um auf die Formatierungsleiste zuzugreifen.

Aufgaben

  1. Erarbeite Dir mit Hilfe von M1 die Fakten zur Entdeckung, zu den stofflichen Eigenschaften und zur Verwendung der Edelgase. Stelle heraus, was sie so besonders macht.
  2. Schaue in das PSE3 in M2, nutze die Legende und halte fest, was das Besondere der Zusammensetzung der Stoffproben aller Edelgase auf Teilchenebene ist.
  3. Betrachte das Schalenmodell in M2 und stelle auch hier das Besondere an den Edelgasen heraus.
  4. Lade dir die Vorlage für den Steckbrief aus M2 herunter und fülle diese aus.
  5. Formuliere einen denkbaren Zusammenhang zwischen dem atomarem Aufbau, der Teilchenebene und Stoffebene.

Weitergedacht

  1. Erkläre, was man in dem Video zum Elektroschweißen mit und ohne Schutzgas sieht.
M1

Entdeckung und Verwendung

Ein Wettlauf der Entdeckungen

Gehen wir noch einmal zurück in das Jahr 1894! Lord Rayleigh, ein Physiker, entdeckt etwas Merkwürdiges: Stickstoff aus der Luft wiegt mehr als Stickstoff aus chemischen Verbindungen. Ein kleiner Unterschied, doch er birgt ein großes Rätsel! Zusammen dem Chemiker William Ramsay wittert er eine bahnbrechende Entdeckung.

Ihre Suche ist alles andere als einfach. Das unbekannte Element ist chemisch inert, es geht mit nichts eine Verbindung ein. Herkömmliche Methoden versagen, also müssen sie kreativ werden. Mit der Spektroskopie, einer Technik, die Lichtmuster analysiert, gelingt es ihnen, das Gas zu identifizieren. Gemeinsam entdecken Rayleigh und Ramsay dann tatsächlich Argon! Doch die Fachwelt bleibt misstrauisch. Sogar der berühmte Dmitri Mendelejew zweifelt, weil dieses träge Gas nicht in sein Periodensystem zu passen scheint.

Die Konkurrenz zwischen den beiden Wissenschaftlern treibt sie an. Während Rayleigh sich nun auf die Untersuchung der Eigenschaften von Argon konzentriert, perfektioniert Ramsay seine und isoliert weitere Gase durch Luftverflüssigung: Neon, Krypton und Xenon.

Immer wieder angespornt durch ihre Rivalität schaffen beide Forscher es am Ende, eine völlig neue Gruppe im Periodensystem zu etablieren – die Edelgase!

Der 30.5.1898 – Das Edelgas Krypton wird entdeckt2

Edelgase = "inerte" Gase?

Verwendung von Argon und Helium.3

Helium ist sehr leicht und brennt nicht. Früher setzte man den noch leichteren Wasserstoff für Luftschiffe ein – wie bei der Hindenburg, die 1937 in Lakehurst (USA) explodierte, weil Wasserstoff leicht entzündlich ist. Heute verwendet man hier stattdessen Helium. Dies gilt auch für Ballons, Zeppeline oder als Kühlgas in technischen Geräten.

Argon ist schwerer als Luft und reagiert mit fast nichts. Es wird in Schutzgas-Schweißgeräten eingesetzt, damit das heiße Metall beim Schweißen nicht mit Sauerstoff reagiert und keine Funken oder Oxidschichten entstehen.

Argon, ein Schutzgas

Elektroschweißen mit und ohne Schutzgas Argon.4

M2

Die Edelgase im PSE - eine Sonderstellung!

Ein genauerer Blick in das PSE

Das PSE in drei Ebenen5

Das Periodensystem der Elemente in drei Ebenen (abgekürzt PSE3)  zeigt dir, in welcher Weise die Atome in dem Stoff des Elements miteinander verbunden sind.

Suche heraus, ob die Edelgase eine Verbindung mit anderen Atomen eingehen und wenn ja, welche.

Das Schalenmodell und die Edelgaskonfiguration

Hier noch einmal ein Blick auf die Elektronenverteilung im Schalenmodell. Die besondere Verteilung – vor allem mit Blick auf die Valenzschale – bei Helium, Neon, Argon und auch den folgenden Edelgase Krypton und Radon, nennt man Edelgaskonfiguration. 

Ausschnitt im Schalenmodell6

Steckbrief der Edelgase

Steckbrief – Vorlage zum herunterladen7

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Edelgase – Nichtmetalle ohne Verbindungen
Was macht die Stoffe besonders? Und was die Atome dieser Stoffe?
https://lncu.davidweninger.de/material/edelgase-besondere-elemente/