Chemie
Sekundarstufe II
Säuren, Basen & analytische Verfahren
Puffersysteme
Datum:

Der Blutpuffer

Anwendung zu Puffersystemen

21.12.2025
22770
204

LNCU.de
ID 22770

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Andreas BöhmGregor von BorstelDavid WeningerAndrea Schumacher
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Die Idee dahinter

Ziele
Beschreibung

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Einbettung

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Die Funktionsfähigkeit unseres Körpers hängt u.a. davon ab, dass der pH-Wert der Körperflüssigkeiten – und dazu gehört auch das Blut – in einem bestimmten Bereich gehalten wird. 

Der ideale Blut-pH-Wert liegt in einem Bereich von 7,35 bis 7,45. Da im Blut verschiedenste Stoffe (z. B. Kohlenstoffdioxid, Aminosäuren, siehe Abb. 1) transportiert werden, die sich auch auf den pH-Wert auswirken können, sind verschiedene Pufferkomponenten im Blut vorhanden.

Kritische Blut-pH-Werte sind verantwortlich für zwei medizinische Krankheitsbilder: Die Azidose und Alkalose. Beide Krankheitsbilder sind noch nicht lebensbedrohlich, aber sie belasten den Körper, weil dadurch vielfältige Stoffwechselprozesse nicht mehr optimal funktionieren (siehe Abb. 2).

M1

Der Blut-Puffer

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pH-Wert-Bereiche im Blut. 1

Schematische Darstellung ausgewählter Blutbestandteile. 1

Ein wichtiges Puffersystem des Blutes neben anderen ist das Kohlensäure/Hydrogencarbonat-System (H2CO3/HCO3). Es macht etwa 75 % der Pufferkapazität aus. Folgende Gleichgewichte werden an den verschiedensten Stellen immer wieder gestört, z. B. beim Durchfluss des Blutes durch die Lunge, durch das Muskelgewebe, durch die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder die Niere:

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Gleichgewicht 1
Gleichgewicht 2
Gleichgewicht 3

Das zweite Gleichgewicht stellt sich in wässrigen Lösungen nach Störungen ohne Katalysator zudem immer wieder nur sehr langsam ein. Im menschlichen Körper sorgt allerdings das Enzym Carboanhydrase dafür, dass die Gleichgewichtseinstellung enorm beschleunigt wird. An jedem Enzymmolekül kann die Reaktion bis zu 100000 Mal pro Sekunde stattfinden. Damit ist die Carboanhydrase eines der aktivsten bekannten Enzyme.

Betrachtet man die Gleichgewichte, so erkennt man, dass diese miteinander verknüpft sind:

Die Gleichgewichte sind miteinander verknüpft

Aufgaben

  1. Beschreiben Sie die Pufferwirkung des Kohlensäure/Hydrogencarbonat-Systems gegen Oxonium-Ionen oder Hydroxid-Ionen unter Angabe geeigneter Reaktionsgleichungen.
  2. Im Blut des Menschen liegt bei einem pH-Wert von 7,4 eine Hydrogencarbonat-Konzentration von 24 mmol/L vor. Berechnen Sie die Konzentration der Kohlensäure im Blut. Hinweis: pKS (HCO3) = 10,4  | pKS(H2CO3) = 6,52
  3. Beurteilen Sie anhand des in A2 ermittelten Verhältnisses der Konzentrationen von Kohlensäure zu Hydrogencarbonat die Eignung dieses Puffersystems sowohl zum Abfangen von Säuren als auch von Basen.
  4. Speichern Sie Abb. 4 auf ihr Endgerät, ergänzen Sie diese sinnvoll mit Erläuterungen für die übrigen Organe analog zum Muskel in M3. Stellen Sie dabei unter Verwendung von M2 stets die Auswirkungen der Stoffwechselvorgänge auf das Kohlensäure/Hydrogencarbonat-Puffergleichgewicht und damit auf den Blut-pH-Wert argumentativ dar.
  5. Erstelle ein Erklärvideo unter Berücksichtigung der Punkte in M4.
M2

Einflüsse auf den Blut-pH-Wert

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Abläufe an ausgewählten Stellen im Körper verdeutlichen die Störungen und die Notwendigkeit des Kohlensäure/Hydrogencarbonat-Puffers. Zugleich verringern oder erhöhen sie teilweise dessen Kapazität.

Beispiele für Einflüsse auf den Blut-pH-Wert. 1

M3

Detaillierte Erläuterung am Beispiel der Muskeln

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Vorlage zur Detaildarstellung für die Einflüsse auf den Blut-pH-Wert. 1

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Das Puffersystem im Blut sorgt für einen leicht alkalischen pH-Wert von 7,4, weil Hydrogencarbonat mit einer Konzentration von 24 mmol/L im Vergleich zur Kohlensäure-Konzentration (c = 3,16 mmol/L) deutlich im Überschuss vorliegt:

Blick auf die Gleichgewichtslage im Muskel. 1

Das im Muskelgewebe erzeugte Kohlenstoffdioxid diffundiert ins Blut und erhöht dort die Konzentration der Kohlensäure. Ein Teil davon reagiert zu zusätzlichem Hydrogencarbonat. Folglich verändert sich das Konzentrationsverhältnis von Hydrogencarbonat zu Kohlensäure nur geringfügig. Der pH-Wert sinkt nach der Gleichung von Henderson und Hasselbalch ebenfalls kaum:

Henderson-Hasselbalch-Gleichung zur Veränderung des pH-Wertes. 2

Die Argumentation lässt sich übertragen und fortführen: In der Lunge, … in der Bauchspeicheldrüse, … in der Niere

Weitergedacht

  1. Enorm gefährlich ist die Bildung von Gasblasen im Blut, die zur Verstopfung von Blutgefäßen führen kann und medizinisch als Embolie bezeichnet wird. Diskutieren Sie in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Carboanhydrase und die Bedeutung des leicht alkalischen pH-Wertes des Blutes.
  2. Erklären Sie, weshalb eine erhöhte Atem- und Herzschlagfrequenz bei einer verstärkten Muskelaktivität dazu beiträgt, den Blut-pH-Wert konstant zu halten.
  3. Bei einer sogenannten Hyperventilation atmen betroffene Personen durch hechelnde Atmung mehr Kohlenstoffdioxid aus als bei normaler Atmung. Benennen Sie die Auswirkung der Hyperventilation auf den Blut-pH-Wert und erklären Sie, wieso als Gegenmaßnahme ein Ein- und Ausatmen in eine Plastiktüte vorgeschlagen wird, bis sich die Atmung wieder normalisiert hat.
  4. Der Verzehr saurer Nahrung führt an verschiedenen Stellen zu einer Veränderungen des pH-Werts im Körper. Laut Quarks.de ist dies aber kein Grund zur Panik. 4.
    1. Erklären Sie basierend auf M2 und M3, weshalb bei der Aufnahme saurer Nahrung der pH-Wert des Urins sinkt, obwohl die aufgenommenen Säuren nicht direkt in den Urin gelangen.
    2. Dialysepatienten wird empfohlen, stark saure Nahrung möglichst zu meiden – begründen Sie diese Empfehlung!
  5. Anhaltende Durchfallerkrankungen, bei denen der Dünndarminhalt ständig ausgeschieden wird (nicht aber der Mageninhalt), führen zu einer Azidose des Blutes. Erklären Sie dieses Phänomen!

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Der Blutpuffer
Anwendung zu Puffersystemen
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