Chemie
Sekundarstufe II
Säuren, Basen & analytische Verfahren
Nachweisreaktionen
Datum:

Fällungsreaktionen und das chemische Gleichgewicht

Das Löslichkeitsprodukt als Maß für die Löslichkeit eines Salzes

07.01.2026
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David WeningerDavid Weninger
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Die Idee dahinterPDF

Aufgaben

  1. Fassen Sie die Kernaussagen in M1 und M2 stichpunktartig zusammen.
  2. Berechnen Sie die Konzentrationen der Ionen in einer gesättigten Calciumcarbonat- und Bariumnitrat-Lösung.
  3. 0,00188 g Silberchlorid (AgCl) lösen sich in einem Liter dest. Wasser bei 25 °C. Wie groß ist das Löslichkeitsprodukt? M(AgCl) = 143,32 g/mol
M1

Rückblick: Die Fällungstitration

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Titrationskurve einer Fällungstitration einer Bariumhydroxid-Lösung mit Schwefelsäure.1

Ein Sonderfall der Leitfähigkeitstitration ist die Fällungstitration. Ein Beispiel hierfür ist die Titration von Bariumhydroxid-Lösung mit Schwefelsäure. Bei der Titration sinkt die Leitfähigkeit bis zum Äquivalenzpunkt fast auf Null ab, da neben der Neutralisation der Hydroxid-Ionen das Salz Bariumsulfat entsteht, welches schwer löslich ist und aus der Lösung ausfällt. Somit sinkt die Ionenkonzentration am Äquivalenzpunkt fast auf null ab:

Auflösen von Bariumhydroxid
Protolyse der Schwefelsäure
Reaktion der Ionen und Bildung von schwerlöslichem Bariumsulfat
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Aber warum fallen einige Salze in Lösungen aus, während andere Salze gut wasserlöslich sind? Grundsätzlich müssen beim Lösen von Salzen Ionen aus dem Ionengitter des Salzes gelöst werden, indem die Ionenbindungen zwischen den Ionen überwunden und die Ionen hydratisiert werden. Bei der Rückreaktion wird das Salz aus der Lösung ausgefällt, indem sich hydratisierte Ionen unter Freisetzung der Wasser-Moleküle wieder zu einem Ionengitter zusammenlagern. In einer gesättigten Salzlösung mit einem Bodensatz aus ungelöstem Salz besteht an der Phasengrenze ein Gleichgewicht zwischen der Lösungs- und Fällungsreaktion, nachfolgend vereinfacht dargestellt:

Vorgänge in einer gesättigten Salzlösung mit Bodensatz an der Phasengrenze zwischen Bodensatz und gesättigter Lösung. Man beachte die Ausrichtung der Wassermoleküle um die gelösten Ionen in der Teilchendarstellung. 2

M2

Das Löslichkeitsprodukt

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In einer gesättigten Lösung mit Bodensatz besteht ein dynamisches Gleichgewicht zwischen der Hin- und Rückreaktion, wodurch die Konzentration der Ionen in der Lösung konstant bleibt. Die Ionenkonzentration und damit die Lage des Gleichgewichts lässt sich jedoch nach dem Prinzip von LE CHATELIER beeinflussen, indem beispielsweise die Temperatur verändert wird.

Die Lage des Gleichgewichts lässt sich durch das so genannte Löslichkeitsprodukt KL beschreiben. Es ist ein Maß für die Löslichkeit eines Salzes bei einer gegebenen Temperatur. Es kann mit Hilfe des Massenwirkungsgesetzes (MWG) hergeleitet werden. Für das Auflösen und Fällen von Bariumsulfat gilt demnach:

Löslichkeitsgleichgewichtsreaktion von Bariumsulfat
Zugehöriges Massenwirkungsgesetz

Für die Konzentrationen der gelösten Sulfat- und Barium-Ionen ist es jedoch irrelevant, wie viel fester Bodensatz, also festes Bariumsulfat, sich im Reaktionsgefäß befindet. Seine Konzentration lässt sich also als konstant ansehen. Sie kann somit in die Gleichgewichtskonstante K einbezogen werden, wodurch sich eine neue Konstante KL ergibt, das so genannte Löslichkeitsprodukt:

Das Löslichkeitsprodukt von Bariumsulfat
Beispielrechnung

In einem Experiment wurde die Konzentration gelöster Barium-Ionen in einer gesättigten Bariumsulfat-Lösung bei 20 °C ermittelt. Gemäß der Löslichkeitsgleichgewichtsreaktion entstehen beim Auflösen des Salzes ein Sulfat- und ein Barium-Ion. Folglich sind die Konzentrationen der Ionen identisch. Sie lassen sich in die Formel einsetzen: 

Konzentration der Ionen in einer gesättigten Lösung
Mit konkreten Werten rechnen

Somit ist KL ein Maß für die Löslichkeit eines Salzes bei gegebener Temperatur. Je größer KL ist, desto mehr Ionen befinden sich in der gesättigten Lösung, desto besser löst sich das Salz. Die Löslichkeitsprodukte von Salzen unter Standardbedingungen sind in Formelsammlungen angegeben:

Das Löslichkeitsprodukt einiger Salze in Wasser.

Fällungsreaktionen sind nicht nur bei Titrationen von Belang, sondern nehmen auch im Rahmen von Nachweisreaktionen für bestimmte Ionen einen hohen Stellenwert im Labor ein.

Phänomene zum Löslilchkeitsprodukt

  1. Gibt man in eine Silberchlorid-Lösung konzentrierte Natriumchlorid-Lösung, ist eine weiße Trübung der Flüssigkeit zu beobachten. Die Konzentration der Silber-Ionen sinkt etwas. Erklären Sie dieses Phänomen.
  2. Cyanid-Ionen bilden mit Silber-Ionen die recht stabilen [Ag(CN)2]-Komplex-Ionen. Nach der Zugabe von gut löslichem KCN wird der Bodenkörper in übersättigter Silberchlorid-Lösung deutlich kleiner. Erklären Sie dieses Phänomen.
  3. Tropft man wenige Tropfen Silbernitrat-Lösung in destilliertes Wasser, ist keine Veränderung zu beobachten. Tropft man es dagegen in Leitungswasser oder gar in Salzwasser, ist eine schwache bis starke Trübung zu erkennen. Erklären Sie dieses Phänomen.

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Fällungsreaktionen und das chemische Gleichgewicht
Das Löslichkeitsprodukt als Maß für die Löslichkeit eines Salzes
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