Chemie
Sekundarstufe I
Elemente & ihre Ordnung
Das Periodensystem der Elemente
Datum:

Das Atommodell von Dalton hilft nicht mehr weiter

Wie man auf die Idee von Atombausteinen kommen kann

21.12.2025
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ID 3456

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David WeningerAndrea Schumacher
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Die Idee dahinter

Ziele
Die Lernenden vollziehen nach, wie man darauf kommen kann, dass in Atomen Teilchen mit positiven und negativen Ladungen sind. Sie vernetzen wahrscheinlich bestehendes Wissen darum im Kontext der Betrachtung von Atommodellen.

Die Lernenden ...

  • beschreiben in dieser und den folgenden Einheiten anhand historischer Schlüsselexperimente (Thomson, nachfolgend Rutherford) die Entwicklung vom frühen Atommodell zum differenzierten Kern‑Hülle‑Modell und ordnen das Bohr‑Modell hinsichtlich Aussagekraft und Grenzen ein.
Stundenskizze

Im Lernkontext ankommen

Das Vorwissen zu Dalton (unteilbare Kugeln, Massenerhaltung) und zur Periodizität (wiederkehrende Eigenschaften im PSE) wird mit M1 aktiviert; die Leitfrage „Was bedeuten innere Bausteine?“ eröffnet den Problemfokus der Stunde.

  • M1 dient als Einstieg (Titel/Unterzeile, Modellbrille). Kurze Leitfragen: „Warum stößt Daltons Modell an eine Grenze?“ 
  • Operatoren: benennen, erinnern, beschreiben
  • Minimal können Lernende …
    • nennen: „Dalton = unteilbare, strukturlose Kugeln“; „Periodizität = wiederkehrende Eigenschaften“.
    • verstehen, dass die Stunde auf „innere Bausteine“ als Lösungsspur zielt.
  • Maximal können Lernende …
    • die Grenze von Dalton nennen (keine innere Struktur → keine Erklärung der Periodizität).
    • verstehen, dass „innere Bausteine“ den Erklärraum für Eigenschaften erweitern.

Bewusstwerden des Problems, der Aufgabe

Im Plenum wird das Kernproblem der Stunde – Daltons Modell erklärt Periodizität nicht – präzisiert und man formuliert erste Begründungsansätze, warum eine innere Struktur nötig sein könnte. Ein Abfrage von Vorwissen (z. B. aus dem Physikunterricht) kann für Vernetzung und Transparenz sorgen. Der untere Textabschnitt in M1 und die Galerie 1 sorgen für eine Zieltransparenz

Lernmaterial bearbeiten, Erstellen des Lernproduktes

Die Lernenden beobachten in V1 ein Ladungsphänomen makroskopisch (Lernen aus Eigenerfahrung nach Oser) und deuten es anschließend modellhaft mit Thomsons Plumpudding‑Modell; sie trennen konsequent Beobachtungssprache A2 und Modellsprache A3 und erstellen zwei Lernprodukte, bei denen sie

  • Beobachtungen ohne Fachbegriffe (makroskopisch) protokollieren,
  • eine beschriftete Skizze basierend auf Galerie 1 erstellen und die beobachteten Anziehungs-/Abstoßungsphänomene mit Thomsons Modell erklären. Sie können Satzstarter/Wortfeld nutzen.
  • Minimal können Lernende …
    • Kernphänomene (anziehen/abstoßen, haften/wegstehen) benennen.
    • (LP1): wenige geordnete Sätze zur Durchführung/Beobachtung ohne Fachwörter notieren/schreiben .
    • (LP2): eine einfache Plumpudding‑Skizze mit positiver „Grundmasse“ und Elektronenpunkten; Pfeile/Labels „Anziehung/Abstoßung“ zeichnen .
    • verstehen: ungleichnamig zieht an, gleichnamig stößt ab.
  • Maximal können Lernende …
    • Zustände „Elektronenüberschuss/‑defizit“ (in A3 fachsprachlich erlaubt) nennen,
    • (LP1): vollständiges, zeitlich strukturiertes Protokoll mit präziser Beobachtungssprache notieren.
    • (LP2): eine konsistente Modellskizze mit positiver Grundmasse, Elektronen, markiertem Überschuss/Defizit, Wirk‑Pfeilen, Legende; richtige Zuordnung der Fälle zeichnen .
    • einen kurzen Deutungstext  plus Skizzen‑Legende produzieren
    • verstehen: Reibung → Elektronenübertragung/‑verschiebung → Ladungsdifferenz → beobachtetes Verhalten; Periodizität bleibt damit noch ungeklärt.

Lernprodukt diskutieren, verhandeln & sichern

Lernprodukte werden geteilt, fachlich geprüft und zu einem gemeinsamen Kern verdichtet; anschließend wird die Titel-/Untertitel‑Aussage der Seite eigenständig begründet.

  • denkbares Vorgehen
    • Plenum (ausgewählte) oder Kurz‑Galerie: 60–90 s pro Gruppe zu LP2.
    • Gemeinsamer Kern am Board/Padlet herausarbeiten.
    • A4 (M1): „Erkläre basierend auf den Erkenntnissen die Aussage von Überschrift/Unterüberschrift.“
  • Operatoren: präsentieren, vergleichen, diskutieren, sichern, begründen
  • Minimal können Lernende …
    • eine kleine Korrektur an der eigenen Skizze nach Peer‑Feedback zeichnen,
    • eine bereinigte Version von LP2 ODER einen kurzen A4‑Text produzieren.
    • den spezifischen Erkenntnisgewinn gegenüber Dalton verstehen.
  • Maximal können Lernende …
    • typische Darstellungsfehler nennen und korrigieren (fehlende Elektronen, falsche Pfeile/Labels).
    • verstehen, dass Thomson die Notwendigkeit innerer Struktur zeigt, Periodizität aber noch nicht erklärt.

Rückbezug: Lerngewinn bestimmen

Die Lernenden vergleichen ihren frühen Denkstand (Phase 2) mit dem gesicherten Ergebnis (Phase 4), benennen Lernzuwächse, belegen diese an ihren Produkten und überarbeiten gezielt.

  • Operatoren: vergleichen, reflektieren, belegen, verbessern
  • Minimal können Lernende …
    • 2 Lernzuwächse (z. B. sauberes Makro‑Protokoll; Deutung mit Thomson) nennen, 
    • eine „Version 2“ von LP1 oder LP2 mit einer sichtbaren Verbesserung zeigen.
    • den Unterschied Beobachtungssprache (A2) vs. Modellsprache (A3) nachvollziehen.
  • Maximal können Lernende …
    • je Lernzuwachs eine 1‑Satz‑Begründung der Änderung nennen.
    • verstehen: warum die saubere Trennung Makro ↔ Modell die Erklärqualität steigert.

Vernetzen

Der Erkenntnisgewinn wird in Alltags‑/Sicherheitskontexte (M2 – kurz) oder in die historische Entwicklung (M3) eingeordnet; die Brücke zur späteren Begründung der Periodizität (Ordnungszahl/Elektronenverteilung) wird sichtbar.

  • Arbeitsauftrag/Material:
    • M2 „Feuer an der Tankstelle“ (nur hier kurz einsetzen): Formuliere eine Vermutung, warum das gefährlich ist (Ladungsentladung als Zündquelle).
    • M3 „Wie es weiter geht“/„Detektivgeschichte des Atoms“: Mini‑Zeitleiste Thomson → Rutherford → Bohr (optional Moseley) bei Interesse lesen oder zur weiteren Recherche nutzen.
  • Operatoren: vermuten, übertragen, ordnen, erläutern
  •  

Hinweise zur Sprach- und Materialarbeit (querliegend)

  • Satzstarter aus M1 konsequent nutzen: „Ich beobachte …“ → „Diese Beobachtung deute ich …“ → „Nach dem Plumpudding‑Modell …“.
  • Wortfeld „Makro vs. Modell“ sichtbar halten: A2 alltagssprachlich, A3 fachsprachlich.
  • M2 nur in Phase 6 kurz einsetzen; Schwerpunkt der Stunde liegt auf M1/V1 mit A1–A4.
Einbettung

Hier kommt dein Text… Wähle einen beliebigen Teil deines Textes aus, um auf die Formatierungsleiste zuzugreifen.

Weiteres

A1 – Dalton und Periodizität erklären

  • Erwartet (fachlich)
    • Dalton: Atome als unteilbare, strukturlose „Kugeln“ → haben keine innere Struktur, liefern keine Erklärung für wiederkehrende Eigenschaften.
    • Periodizität: regelmäßiges Wiederkehren ähnlicher Eigenschaften im PSE; heute begründet durch Ordnungszahl/Kernladung und Elektronenverteilung (Außenschale).
    • Übergangsidee: Daltons Modell erklärt Massenerhaltung, aber nicht die Periodizität.
  • Kriterien (Checkliste)
    • [ ] Nennung der Grenze von Daltons Modell (keine innere Struktur)
    • [ ] Korrekte Beschreibung, was Periodizität meint
  • Typische Fehlkonzepte vermeiden
    • [ ] Periodizität wird mit Atommasse begründet (nur historisch, nicht als heutige Begründung)

A2 – Beobachtungen zu V1 protokollieren (makroskopisch)

  • Erwartet (Inhalte, ohne Fachwörter)
    • Reibevorgang beschrieben (Papier zwischen Folienstreifen, Herausziehen).
    • Sichtbares Verhalten: Anziehen/Abstoßen, Aufrichten/Wegstehen, Haften/Trennen; Veränderung beim erneuten Einführen des Papiers.
    • Zeitliche Reihenfolge der Beobachtungen.
  • Formkriterien (Checkliste)
    • [ ] Nur Beobachtung, keine Deutung/Fachbegriffe
    • [ ] Klare, geordnete Sätze (zeitlich sortiert)
    • [ ] Beide Phasen beschrieben (Reiben/Herausziehen und erneutes Einführen)
    • [ ] Präzise Verben (z. B. „ziehen sich an“, „stoßen sich ab“)

A3 – Modellhafte Deutung mit dem Plumpudding‑Modell + Skizze

  • Erwartet (Modellerklärung)
    • Positive „Grundmasse/Wolke“ mit eingebetteten Elektronen.
    • Reiben führt zu Elektronenverschiebung/-übertragung → Streifen mit Elektronenüberschuss (negativer) bzw. ‑defizit (relativ positiver).
    • Ungleichnamige Ladungen → Anziehung; gleichnamige → Abstoßung; Ladungsausgleich ändert Verhalten.
  • Skizze (Muss-Kriterien)
    • [ ] Zwei Folienstreifen mit positiver Grundmasse und Elektronen (Punkte/Symbole)
    • [ ] Beschriftungen: „Elektronenüberschuss/‑defizit“, „Anziehung/Abstoßung“
    • [ ] Pfeile/Legende verdeutlichen die Wirkzusammenhänge
  • Konsistenzkriterien
    • [ ] Erklärung bleibt innerhalb des Thomson‑Modells
    • [ ] Anziehungs-/Abstoßungsfall korrekt zugeordnet

A4 – Aussage von Überschrift und Unterüberschrift begründen

  • Erwartet (Argumentation)
    • Kernaussage: Daltons Kugelmodell „hilft nicht mehr weiter“, weil Atome innere Bausteine besitzen (Elektron, später Kern mit Proton/Neutron).
    • Moderne Perspektive: Mit Elektron/Kern/Schalen (historische Entwicklung) lassen sich elektrische Phänomene, Streuexperimente und Periodizität erklären.
    • Klarer Bezug zur Unterüberschrift „Atome besitzen innere Bausteine“.
  • Kriterien (Checkliste)
    • [ ] Expliziter Bezug auf Titel/Untertitel der Seite
    • [ ] Benennung der relevanten Bausteine (Elektron; Hinweis auf Kern/Proton/Neutron)
    • [ ] Konkreter Gewinn gegenüber Dalton benannt
    • [ ] Logische, verständliche Begründung in ganzen Sätzen

Querschnittskriterien (für alle Aufgaben)

  • [ ] Trennung Beobachtung (makro) vs. Deutung (submikroskopisch/Modell)
  • [ ] Fachsprache dort, wo gefordert; alltagssprachlich bei Beobachtung
  • [ ] Bezug auf Materialseiten/Versuch (V1, M1) erkennbar
  • [ ] Skizzen klar, beschriftet, zweckmäßig
M1

Wir setzen erneut unsere Modellbrille auf

Atome besitzen innere Bausteinen

Daltons Atommodell konnte die Massenerhaltung bei chemischen Reaktionen plausibel erklären. Zur Erklärung der von Dmitri Mendelejew 1869 erkannten Periodizität der Elemente war es jedoch keine Hilfe.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert gewannen die Forschungen zum Atombau rasant an Fahrt: 1897 wies J. J. Thomson das Elektron als negativ geladenen Bestandteil aller Atome nach. 1904 schlug er das „Rosinenkuchen-“ bzw. „Plumpudding-Modell“ vor. Dieses Atommodell erklärte die Periodizität zwar auch nicht. Es war aber ein wichtiger Meilenstein für den Blick ins Innere der Atome. Deshalb betrachten wir es hier kurz einmal näher.

Ein erneuter Blick durch unsere Modellbrille

Unsere Modellvorstellungen werden „feiner“.1

Aufgaben

  1. Erkläre mit eigenen Worten, warum Daltons Kugelmodell die von Mendelejew erkannte Periodizität der Elemente nicht erklären kann. Benenne dazu noch einmal, worauf der Gedanke der Periodizität beruht.
  2. Führe V1 durch und protokolliere deine Beobachtungen ohne Fachbegriffe (makroskopisch).
  3. Nutze Thomsons Plumpudding-Modell aus Galerie 1 in M1, um modellhaft zu erklären, wie die in V1 beobachteten Anziehungs‑ oder Abstoßungsphänomene zustande kommen können. Erstelle eine beschriftete Skizze dazu.
  4. Erkläre basierend auf den heutigen Erkenntnissen die Aussage der Überschrift und der Unterüberschrift dieser Seite.
V1

Wir reiben Folien an Papier

Materialien
  • Papier
  • Schere
  • Klarsichtfolie
Chemikalien
  • keine
Aufbau

Schneide aus einer Klarsichtfolie wie abgebildet ein ca. 10cm x 10cm großes Stück heraus.

Durchführung
  • Reibe etwa 20 Sekunden kräftig mit einem Stück Papier zwischen beiden Seiten der Klarsichtfolie. Ziehe das Papier dann langsam nach unten zwischen den Folienstreifen heraus.
  • Hebe die Klarsichtfolie an der Lochseite hoch und beobachte, wie sich die beiden Plastikstreifen zueinander verhalten.
  • Versuche das Papier wieder zwischen die Folienstücke zu führen und beobachte erneut.

Weitergedacht

  1. Betrachte das Video in M2. Stelle eine Vermutung auf, was dort passiert sein könnte.
  2. Wenn Du magst, kannst Du über den Unterricht hinaus ein wenig tiefer in die Forschungsgeschichte zum Atombau eindringen. Nutze dazu gerne als Aufgangspunkt die Informationen in M3
M2

Feuer an der Tankstelle

Weiteres
M3

Für alle, die es genauer recherchieren wollen

Wie es weiter gehen wird

Kurz darauf führten Streuversuche (Ernest Rutherford, Hans Geiger, Ernest Marsden, 1909–1911) zum Kern‑Hülle‑Modell, auf dem 1913 Niels Bohr mit seinem Schalenmodell aufbaute. Diese Entwicklung werden wir in den nächsten Schritten aufgreifen.

Die Modelle stark vereinfacht dargestellt.1

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Das Atommodell von Dalton hilft nicht mehr weiter
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