Alkohol beeinflusst unser Krebsrisiko
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Alkohol gehört für viele Menschen zum Alltag – sei es das Feierabendbier oder das Glas Wein zum Essen. Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) wird in Europa am meisten Alkohol getrunken. Dabei zählt Deutschland mit jährlich 12,2 Litern Reinalkohol pro Person zu den zehn Ländern mit dem höchsten Konsum weltweit. Jedes Jahr sterben rund 800.000 Menschen in der WHO-Region Europa an alkoholbedingten Ursachen, wobei Krebs als häufigste Todesursache gilt. Nicht Ethanol selbst ist für das höhere Krebsrisiko verantwortlich, sondern ein Zwischenprodukt des Ethanol-Abbaus: Acetaldehyd (Ethanal).
Leicht verändert aus einer Pressemitteilung vom 14.04.2025 von „helios-gesundheit“1
Ethanol im Bier ist der Ausgangsstoff für die Acetaldehyd-Produktion in der Leber.2
"Entsorgung" von Ethanol im menschlichen Körper
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Der Alkohol-Abbau findet im menschlichen Körper zum allergrößten Teil in der Leber statt. Nur ein geringer Teil wird mit der Atemluft (nachweisbar z. B. mit einem Alcotest-Röhrchen) bzw. über den Urin ausgeschieden.
Mögliche „Entsorgungswege“ für Ethanol im menschlichen Körper.3
Kater und Asian Flush Syndrome
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Ethanol beeinflusst verschiedene Transmittersysteme im menschlichen Zentralnervensystem, was u.a. die berauschende Wirkung erklärt. Die unerwünschten Folgesymptome eines Katers werden dagegen vorwiegend von einem Überschuss an giftigem, krebserregenden Acetaldehyd verursacht, der bei zu langsamem Abbau in der Leber auch ins Blut gelangt. Daher erhöht sich mit zunehmendem Alkoholkonsum auch das Risiko, an Krebs zu erkranken.
Noch gefährlicher sind die Abbauprodukte von Methanol (produziert von den gleichen Enzymen), einem Alkohol, der je nach vergorenem Material ebenfalls in geringen Mengen in Spirituosen vorkommen kann. Formaldehyd und das Folgeprodukt Ameisensäure können zu Sehstörungen bis hin zu Blindheit führen, auch Todesfälle sind dokumentiert. Da Ethanol von der Leber bevorzugt abgebaut wird, wird beim Konsum entsprechender Spirituosen aber kaum Formaldehyd und Ameisensäure gebildet. Methanol wird dann größtenteils unverändert über die Nieren ausgeschieden.
Alkoholismus ist in Japan, China und Korea etwa 18 mal weniger verbreitet als in Europa. Untersuchungen ergaben, dass mehr als 50% der Personen in diesen Ländern keinen Alkohol vertragen. Bei Alkoholgenuss tritt sehr schnell das „Flush-Syndrom“ auf: Die Köpfe erröten (to flush = erröten), ohne dass die Personen wirklich betrunken sind. Untersuchungen zu den Ursachen des Flushing-Syndroms ergaben u.a. das in Abb. 4 dargestellte Diagramm.
Antabuse (Anti-Abuse) bei Alkoholabhängigkeit
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Alkoholkranken Menschen, die ihre Abhängigkeit mit einer Therapie überwinden wollen, kann zusätzlich ein Medikament verabreicht werden, das hilft, der Versuchung zu widerstehen. Bei diesem Medikament handelt es sich um Disulfiram (= Antabuse), welches das Enzym Aldehyddehydrogenase blockiert. Wer dieses Medikament eingenommen hat, wird es sich zweimal überlegen, einen angebotenen Drink anzunehmen (s.u.).
Medikament zur Unterstützung der Behandlung einer Alkoholabhängigkeit.6
Ergänzungsmaterial zu den biologischen Hintergründen des Asian Flush Syndroms
In der Leberzellen gibt es zwei Enzyme, die Acetaldeyhd zu Essigsäure verstoffwechseln: ADLH1 und ALDH2. Das deutlich wichtigere, weil viel schneller arbeitende Enzym, ist ALDH2. Eine Mutation im ALDH2-Gen verursacht das Asian Flush Syndrom.

Globale Verteilung des intakten und des mutierten ALDH2-Gens (Letzteres ist vor ca. 25.000 bis 30.000 Jahren in der Region des heutigen Chinas entstanden).7
Aufgaben
- Formulieren Sie die Reaktionsgleichungen für den Abbau von Ethanol und Methanol in der Leber.
- Entwickeln Sie mit Hilfe der Information in M2 einen Erklärungsansatz für das Auftreten des Flushing-Syndroms.
- Bei einer Methanol-Vergiftung wird dem Patienten – falls keine speziellen Medikamente zur Verfügung stehen – eine Zeit lang Ethanol verabreicht, so dass die Person dauerhaft in einem Alkoholrausch bleibt. Erklären Sie die Funktionsweise dieser seltsam anmutenden Therapie mit den Informationen aus M2
- Erklären Sie die Funktionsweise der Therapie mit Disulfiram.







