Chemie
Sekundarstufe II
Säuren, Basen & analytische Verfahren
Konzentrationsbestimmungen
Datum:

Stimmt die angegebene Konzentration?

Endpunktstitration mit einem Indikator

08.02.2026
23351
86

LNCU.de
ID 23351

CC-BY-SA 4.0Online abrufen
Andreas BöhmDavid WeningerGregor von Borstel
0
Die Idee dahinterPDF

Wir haben eine Flasche Salzsäure mit fraglicher Konzentration. Wie können wir herausfinden, ob die auf dem Etikett angegebene Konzentration korrekt ist?

Wir könnten doch einfach den pH-Wert messen, oder?

Laut Buch wäre es genauer, Natronlauge bekannter Konzentration hinzuzugeben.

Logisch, bis die Lösung dann neutral ist. Dann wissen wir, wie viele Hydroxid-Ionen hinzugeben wurden und können daraus ableiten, wie viele Säuremoleküle vorhanden waren. Aber wie wollen wir das erkennen?

Aufgaben

  1. Führen Sie den Versuch V1 oder V2 durch.
  2. Erläutern Sie unter Verwendung von M1 den Zustand der Lösung vor und bei Erreichen des Umschlagpunktes auf Teilchenebene. Stellen Sie zeichnerisch dar, was nach Erreichen des Umschlagpunktes bei Zugabe einer weiteren Portion Lauge passiert.
  3. Berechnen Sie mit Hilfe von M1 die Konzentration unserer Salzsäure.
V1

Titration mit Bürette

Materialien
  • Schutzbrille
  • Bürette
  • Stativmaterial
    • Stativ, Stativklemme, Stativmuffe
  • Magnetrührer mit Rührfisch
  • Messzylinder
  • Erlenmeyerkolben oder Becherglas 250 mL
  • Ggf. Trichter zum Befüllen der Bürette
Chemikalien
  • Salzsäure mit fraglicher Konzentration
  • Natronlauge 0,5 mol/L
  • Destilliertes Wasser
  • Bromthymolblau
  • Phenolphthalein-Lösung < 1%
Durchführung
  • Apparatur gemäß Abb. 1 aufbauen.
  • Bürette ggf. mit Trichter oder einer Spritze von oben mit Natronlauge befüllen. Das Befüllen darf nie über Augenhöhe geschehen, da bei einem Unfall ernsthafte Augenschäden zu befürchten wären. Die Bürette wird zunächst absichtlich mit etwas mehr Natronlauge befüllt. Überschüssiges Volumen wird dann unten abgelassen.
  • 20 mL Salzsäure in den Erlenmeyerkolben geben und auf 100 mL mit dest. Wasser auffüllen.
  • Wenige Tropfen Indikator dazugeben und Magnetrührer einschalten.
  • In 1 mL Schritten portionsweise Natronlauge zur Salzsäure titrieren bis zum dauerhaften Farbumschlag. Notieren Sie das benötigte Volumen an Natronlauge.
  • Die gesamte Natronlauge ablassen. Die vereinigte Lösung über den Abguss entsorgen.
Aufbau

Aufbau mit Bürette. 1

M1

Teilchenmodell & Berechnung

Teilchenmodell

Becherglasmodell. 1

Neutralisationsgleichung
Vorschlag 1
Vorschlag 2
Berechnung

Grundlage für die Bestimmung einer unbekannten Stoffmengenkonzentration in mol pro Liter ist die Neutralisationsreaktion.

Am Äquivalenzpunkt gilt:
Die Stoffmenge lässt sich berechnen, zum Beispiel:
Eingesetzt in (1) ergibt sich jeweils
Umformen...

Weitergedacht

  1. Entscheiden Sie begründet, welche der vorgeschlagenen Neutralisationsgleichungen in M1 die Abläufe treffender darstellt.
  2. Stellen Sie eine Formel zur Berechnung der Konzentration einer zweiprotonigen Säure (zum Beispiel Kohlensäure H2CO3) basierend auf der Titration mit Natronlauge auf.
  3. Diskutieren Sie, ob eine Säure-Base-Titration mit Indikator auch mit einer schwachen und einer starken Base durchführbar wäre.
M2

Erweitertes Teilchenmodell

Weiteres

Erweitertes Becherglasmodell zur Titration. 2

Teilen

Stimmt die angegebene Konzentration?
Endpunktstitration mit einem Indikator
https://lncu.davidweninger.de/material/stimmt-die-angegebene-konzentration/