Das Gespräch vorbereiten und gestalten
Erweitertes Rückmeldegespräch
Nach dem dritten Unterrichtsbesuch im Fach Chemie findet ein erweitertes Rückmeldegespräch statt. Es geht nicht nur um die besuchte Stunde – sondern um Ihren gesamten Ausbildungsstand in allen fünf Handlungsfeldern.
Am Ende des Gesprächs erhalten Sie eine Rückmeldung zu einem Notenbereich als Prognose auf den Ausbildungsabschluss.
Dieses Gespräch ist kein Prüfungsgespräch. Es ist ein strukturierter Reflexionsanlass – und Sie eröffnen es.
Wie läuft das Gespräch ab?
Das Gespräch dauert nach meiner Einschätzung ca. 40–45 Minuten und ich schlage vor, es in vier Phasen zu gliedern:
- Rahmen setzen: Ihr Fachleiter / Ihre Fachleiterin erläutert kurz den Charakter und den Ablauf des Gesprächs.
- Ihre Selbsteinschätzung (ca. 10–15 Min.) – Sie eröffnen das Gespräch mit Ihrer eigenen Perspektive: Was hat sich entwickelt? Wo sehen Sie noch Entwicklungsbedarf? Was möchten Sie ansprechen?
- Rückmeldung des Fachleiters / der Fachleiterin (ca. 15) – Sie erhalten eine kompetenzbasierte Rückmeldung zu den fünf Handlungsfeldern – beobachtungsgestützt u. a. aus den drei Unterrichtsbesuchen.
- Notenbereich und Entwicklungsziele – Sie erhalten einen Notenbereich als Prognose. Wollen Sie den Bereich vor ihrer Selbsteinschätzung genannt bekommen? Dann teilen sie dies zu Anfang mit. Gemeinsam werden 2–3 konkrete Entwicklungsziele vereinbart, die im Ergebnisprotokoll festgehalten werden.
Ihre Vorbereitung – und Ihre Rolle im Gespräch
Sie eröffnen das Gespräch. Das ist kein Zufall: Ihre Selbstwahrnehmung ist der Ausgangspunkt, nicht ein Anhang. Damit das gelingt, bereiten Sie sich systematisch vor.
Wenn Sie mögen, laden Sie die Vorlage herunter und bearbeiten Sie sie vor dem Gespräch. Sie können sich natürlich auch anderweitig vorbereiten:
- Reflektieren Sie Ihre Entwicklung in jedem Handlungsfeld.
- Benennen Sie eigene Stärken und Entwicklungsbedarfe – konkret, nicht allgemein.
- Formulieren Sie, was Sie selbst ins Gespräch einbringen möchten.
- Bringen Sie Ihre Vorlage zum Gespräch mit.
Falls Sie die Vorlage nutzen, so muss diese nicht vollständig ausgefüllt sein – sie ist ein Denkwerkzeug, kein Formular.
Das Ergebnisprotokoll
Im Anschluss an das Gespräch wird gemeinsam ein Ergebnisprotokoll erstellt. Es hält die wesentlichen Gesprächsinhalte und die vereinbarten Entwicklungsziele fest. Das Protokoll erhalten Sie in einer Ausfertigung und dient als Grundlage für alle weiteren Unterrichtsbesuche.
Der genannte Notenbereich ist eine Prognose – kein abschließendes Urteil. Er beschreibt, wo Sie bei gleichbleibendem Ausbildungsverlauf zum Ende der Ausbildung stehen könnten.
FAQ
Weiteres
Muss ich die Vorbereitungsvorlage ausgefüllt abgeben?
Nein. Die Vorlage ist ausschließlich für Ihre eigene Vorbereitung gedacht. Sie müssen sie weder einreichen noch abgeben. Es empfiehlt sich, sie zum Gespräch mitzubringen.
Was passiert, wenn ich mit dem Notenbereich nicht einverstanden bin?
Der Notenbereich ist eine Prognose – kein Endurteil. Sie haben im Gespräch die Möglichkeit, Ihre Sicht darzulegen. Die abschließende Langzeitbeurteilung zum Ende der Ausbildung berücksichtigt alle Ausbildungssituationen.
Deckt das Gespräch wirklich alle fünf Handlungsfelder ab – auch wenn im UB nur HF U sichtbar war?
Ja – aber vielleicht nicht in gleichem Umfang. Für HF E, B und S werden neben den UB-Beobachtungen auch Eindrücke aus dem Seminar, der Schule und den Beratungsgesprächen herangezogen.
Wie lange sollte meine Selbsteinschätzung dauern?
Ca. 10 Minuten. Sie müssen nicht alle Handlungsfelder systematisch durchgehen – wählen Sie die Aspekte aus, die Sie besonders beschäftigen. Offene, ehrliche Reflexion ist wertvoller als Vollständigkeit.
