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LEBENSNAHER CHEMIEUNTERRICHT

SUCHERGEBNISSE: 255
Chemie
Sekundarstufe I
Elemente & ihre Ordnung
Historische Entwicklung des PSE
Datum:

Auf dem Weg zum Periodensystem der Elemente (PSE)

Was bisher geschah

28.05.2026
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Andreas BöhmGregor von Borstel
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Die Idee dahinterPDF

Die Idee dahinter

Ziele
Die Lernenden beschreiben, von welchen bereits bekannten Eigenschaften und Beobachtungen Dmitri Mendelejew bei der Entwicklung des Periodensystems ausgehen konnte und reflektieren exemplarisch, warum wissenschaftliche Leistungen von Frauen in der Wissenschaftsgeschichte häufig weniger sichtbar wurden.

Die Lernenden ...

  • beschreiben bereits bekannte Eigenschaften ausgewählter Elemente und Stoffe als mögliche Grundlage einer Ordnung.
  • erläutern, nach welchen beobachtbaren Merkmalen Elemente grundsätzlich sortiert oder verglichen werden können.
  • recherchieren bzw. reflektieren exemplarisch Bedingungen, die Frauen in der Wissenschaftsgeschichte an Anerkennung und Sichtbarkeit hinderten.
  • erklären, von welchem Ausgangspunkt Mendelejew bei der Entwicklung seiner Ordnungsidee ausgegangen sein könnte.
Beschreibung

Fachlicher Fokus

Der erste Block „Auf dem Weg zum Periodensystem der Elemente“ dient fungiert als fachlicher und gedanklicher „Opener“ für die gesamte Einheit.

Im Zentrum steht zunächst die Frage: Von welchem Wissensstand konnte Mendelejew überhaupt ausgehen?

Die Lernenden sollen erkennen, dass bereits vor der Entwicklung des Periodensystems zahlreiche Elemente, Stoffeigenschaften und Gemeinsamkeiten bekannt waren. Mendelejew entwickelte seine Idee also nicht „aus dem Nichts“, sondern auf Grundlage beobachtbarer Eigenschaften und bereits vorhandenen Wissens.

Parallel dazu eröffnet M1 zusätzlich eine gesellschaftlich-reflexive Perspektive auf Wissenschaftsgeschichte. Die Lernenden sollen wahrnehmen, dass wissenschaftliche Sichtbarkeit und Anerkennung historisch nicht ausschließlich von Leistung abhingen. Exemplarisch wird deutlich, dass Frauen häufig schlechtere Zugänge zu Bildung, Forschung und wissenschaftlicher Anerkennung hatten und teilweise bis heute haben.

Die Funktion von M1 als Anknüpfung an Bekanntes

Die Lernenden benötigen zunächst einen niedrigschwelligen Einstieg über bereits bekannte Stoffe, Elemente und Eigenschaften. Sie sollen erleben: Über chemische Stoffe weiß man bereits erstaunlich viel.

Wichtig ist dabei: Die Lernenden sollen nicht sofort ein Ordnungssystem entwickeln, sondern zunächst sammeln, was überhaupt schon bekannt ist und beobachtet werden kann.

An dieser Stelle wird nochmal die Erkenntnis offenbar: Man kann Elemente miteinander vergleichen. Deshalb schließen sich Aufgaben an, die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und mögliche Ordnungskriterien sichtbar machen.

Das fachliche Lernprodukt von M1 besteht daher zunächst darin, dass die Lernenden benennen können:

  • welche Eigenschaften bereits bekannt sind,
  • und wonach man Elemente grundsätzlich sortieren könnte.

Zusätzlich öffnet M1 bewusst eine zweite Perspektive: Wissenschaft entsteht nicht losgelöst von gesellschaftlichen Bedingungen. 

Die Lernenden sollen exemplarisch reflektieren, dass Frauen in der Wissenschaftsgeschichte häufig zum Beispiel:

  • schlechtere Bildungszugänge hatten,
  • nicht studieren durften,
  • weniger veröffentlichten konnten,
  • oder für ihre Leistungen weniger Anerkennung erhielten.

Wichtig ist dabei: Diese Reflexion steht nicht isoliert neben dem Chemieunterricht, sondern erweitert das Bild davon, wie Wissenschaft entsteht und wer darin sichtbar wird.Das Material soll deshalb keine vollständige historische Analyse leisten, sondern einen ersten Reflexionsanlass schaffen.

Das Lernprodukt umfasst hier idealerweise, dass Lernende benennen können, welche strukturellen Hindernisse Frauen begegneten und dass wissenschaftliche Anerkennung historisch ungleich verteilt war.

Die Funktion von M2

Nachdem die Lernenden gesammelt haben, welche Informationen über Elemente bereits bekannt waren, benötigen sie nun den nächsten gedanklichen Schritt: Was machte Mendelejew daraus?

M2 verschiebt den Fokus deshalb von der Sammlung einzelner Eigenschaften hin zur eigentlichen Ausgangsidee des Periodensystems.

Die Lernenden sollen nun verstehen, dass Mendelejew bereits bekannte Eigenschaften nutzen konnte , um nach Ordnung und Mustern zu suchen.

Die Aufgaben und Materialien lenken daher darauf,

  • bekannte Eigenschaften zusammenzuführen,
  • Vergleichbarkeit sichtbar zu machen,
  • und die Ausgangsfrage von Mendelejews Arbeit zu rekonstruieren.

Es gab also bereits genügend Wissen, um überhaupt nach einer Ordnung suchen zu können.

Das optimale Lernprodukt besteht aus zwei tragfähigen Erkenntnissen.

Zu M1 sollten die Lernenden mündlich erläutern können:

  • welche Eigenschaften von Elementen bereits bekannt waren,
    wonach Elemente grundsätzlich verglichen oder sortiert werden könnten,
  • und dass Frauen historisch häufig schlechtere Bedingungen für wissenschaftliche Arbeit hatten.

Zu M2 sollten die Lernenden erklären können:

  • dass Mendelejew auf bereits bekanntem Wissen aufbaute,
  • und dass seine zentrale Idee darin bestand, in den bekannten Eigenschaften der Elemente Muster und Ordnung zu erkennen.

Ein gelungenes Lernprodukt zeigt sich zum Beispiel darin, dass Lernende sinngemäß formulieren können:

„Mendelejew konnte bekannte Eigenschaften von Elementen vergleichen und daraus versuchen, eine Ordnung zu entwickeln.“

Einbettung

Die Materialien der drei Blöcke „Auf dem Weg zum Periodensystem der Elemente“, „Das Periodensystem der Elemente entsteht“ und „Das Periodensystem der Elemente füllt sich“ bilden gemeinsam die Einführung in das Periodensystem der Elemente.

Der erste Block eröffnet die Einheit, indem er den Ausgangspunkt von Mendelejews Denken rekonstruiert: Welche Informationen über Elemente und ihre Eigenschaften waren bereits bekannt und warum entstand überhaupt das Bedürfnis nach Ordnung? Die Lernenden erkennen dabei, dass Elemente anhand beobachtbarer Eigenschaften verglichen werden können und dass Mendelejews Leistung zunächst darin bestand, bekannte Informationen systematisch zusammenzuführen.

Darauf baut der zweite Block „Das Periodensystem der Elemente entsteht“ unmittelbar auf: Ausgehend von diesen bekannten Eigenschaften wird nun nachvollzogen, wie durch Vergleichen, Sortieren und das Erkennen wiederkehrender Muster schrittweise eine Ordnung der Elemente entsteht.

Der dritte Block „Das Periodensystem der Elemente füllt sich“ führt diese Entwicklung schließlich weiter, indem die entstehende Struktur des Periodensystems zunehmend vervollständigt wird und die Lernenden erkennen, dass hinter den periodischen Wiederholungen eine tiefere atomare Struktur liegen muss, die später über Atombau und Elektronenkonfiguration erklärt werden kann.

Aufgaben

  1. Vorwissen aktivieren: Sieh dir die Abbildung 1 zur Wort- und Formelgleichung an.
    Notiere stichpunktartig, was du noch zu mindestens zwei der folgenden Begriffe weißt: Atom, Element, chemische Reaktion, Masse.
  2. Vier Forscher, ein roter Faden: Lies die Kurztexte zu Lavoisier, Proust, Dalton und Berzelius.
    Erkläre anschließend in eigenen Worten, wie die Arbeiten der vier Forscher zusammenhängen. Nutze dabei die folgenden Begriffe: Masse – Verhältnis – Atom – Symbol

    Hilfe: Überlege, welches Problem Lavoisier und Proust mit ihren Gesetzen beschrieben haben – und wie Dalton und Berzelius darauf aufgebaut haben.

  3. Nur Männer? Im Rückblick werden ausschließlich männliche Forscher vorgestellt.
    Schritt 1: Notiere zunächst für dich allein: Woran könnte das liegen? Überlege dir mögliche Erklärungen.
    Schritt 2: Stelle dem Lernbot in M1 folgende Frage: „Warum kommen in vielen Chemiebüchern so wenige Frauen vor? Gab es früher keine Wissenschaftlerinnen?“
    Schritt 3: Vergleiche die Antwort des Bots mit deinen eigenen Überlegungen aus Schritt 1. Was geht dir nun durch den Kopf? 

M1

Einige Gedanken vorab

Rückblick

Erinnerst Du dich? Um die Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert hatte man erste konkrete Vorstellungen von Atomen entwickelt, die Zusammensetzung von Stoffen beschreiben und das Gesetz von der Erhaltung der Masse erklären können.

Rückblick: von der Wort- zur Formelgleichung1

Weiteres

Antoine de Lavoisier (1743–1794) gilt als Begründer der modernen Chemie. Er formulierte das Gesetz der Massenerhaltung (auch: 1. chemisches Grundgesetz), das besagt:

„Bei einer chemischen Reaktion bleibt die Gesamtmasse der reagierenden Stoffe und der Produkte stets konstant.“

Joseph Louis Proust (1754–1826) war der entscheidende Chemiker, der das sogenannte Gesetz der konstanten Proportionen (auch: Gesetz der definierten Proportionen) formulierte. Dieses Gesetz stellt das 2. chemische Grundgesetz dar und lautet:

„In einer chemischen Verbindung sind die Elemente stets in einem bestimmten Massenverhältnis enthalten, unabhängig davon, wie die Verbindung hergestellt wurde oder woher die Ausgangsstoffe stammen.“

Moderne, vereinfachte Übersicht über die Idee Daltons2

Dalton griff diese experimentellen Befunde auf und interpretierte sie revolutionär: Er stellte die Hypothese auf, dass Materie aus kleinsten Teilchen besteht – den Atomen. Sein Modell erklärt das Gesetz der Massenerhaltung (weil Atome bei Reaktionen nicht „verschwinden“) und das Gesetz der konstanten Proportionen (weil Verbindungen durch feste, atomare Zahlenverhältnisse gebildet werden).
Daltons Arbeit verband also direkt die Erkenntnisse von Lavoisier und Proust zu einer Theorie, die chemisches Geschehen erstmals auf atomarer Ebene beschrieb.

Dalton nahm an, dass es nur wenige elementare Stoffe gibt, die jeweils aus einer einzigen Sorte Atome bestehen, während die meisten anderen Stoffe als Verbindungen aus den Atomen verschiedener Elemente aufgebaut sind.

Jöns Jakob Berzelius (1779–1848) spielte eine zentrale Rolle als Systematisierer in der Chemie des 19. Jahrhunderts und verbindet die Arbeiten von Lavoisier, Proust und Dalton mit der weiteren Entwicklung der chemischen Grundgesetze:

Einführung der chemischen Symbolik: Berzelius führte das heute noch gebräuchliche System von chemischen Symbolen und Formelschreibweisen ein.

Systematische Bestimmung der Atommassen: Berzelius bestimmte mit hoher Genauigkeit die relativen Atommassen zahlreicher Elemente und schuf so eine sichere Datengrundlage für die entstehende Atomtheorie (Dalton) und für spätere Periodensysteme.

Beleg und Bestätigung der Grundgesetze: Durch seine exakten Analysen bestätigte er experimentell die Gesetze von Lavoisier (Massenerhaltung) und Proust (konstante Proportionen) und wies nach, dass chemische Verbindungen tatsächlich in ganz bestimmten Massenverhältnissen auftreten.

Lauter männliche Forscher?

In dem Rückblick werden nur männliche Forscher genannt, obwohl Frauen ebenso gute Forscherinnen sind und waren.
Lass uns darüber heute einmal reden. Damit Du genügend Input dazu bekommen kannst, haben wir einen Chatbot3beauftragt, Informationen dazu bereit zu stellen und deine Fragen dazu zu beantworten.

Aufgaben

  1. Lies den Abschnitt über Lothar Meyer und Mendelejew aufmerksam.
  2. Formuliere anschließend in einem Satz das Problem, das Mendelejew lösen wollte – so, als wärst du Mendelejew selbst und würdest die Frage stellen, die dich beschäftigt hat. Beginne so: „Wie kann ich …
M2

Einwicklung erster Vorstellungen

Auf der Suche nach Zusammenhängen

Chemiebücher der damaligen Zeit wurden ständig überarbeitet, da man immer mehr und genauer Stoffe, deren Eigenschaften und Zusammensetzungen untersuchte. Dabei erkannte man auch, dass es Gruppen von Elementen gab, die sich in Reaktionen ähnlich verhielten.

Ausschnitt aus einem Buch des Schweden Berzelius von 1825, übersetzt von F. Wöhler, einem ebenso berühmten Chemiker und Schüler von Berzelius.4

Ein Ordnungssystem entsteht

Bereits 1864 erkannte Lothar Meyer bei den Eigenschaften von Elementen in gewissen Abständen Regelmäßigkeiten, wenn er sie nach dem Atomgewicht ordnete. 1869 gelang dann Dmitri Mendelejew ein Durchbruch. In seiner Arbeit „Versuch eines Systems der Elemente, begründet auf deren Atomgewichten“ findet sich zum ersten Mal der Ausdruck „das Periodensystem der Elemente.“5

Begründer des „PSE“ und eine Tabelle von Mendelejew.6

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Auf dem Weg zum Periodensystem der Elemente (PSE)
Was bisher geschah
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