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Inspirieren – Entlasten – Vernetzen. Die Idee hinter LNCU

Praxisnah, erprobt und frei zugänglich: Good Practice im System Schule.

15.04.2026
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Andreas BöhmAndrea SchumacherGregor von BorstelDavid Weninger
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Das Besondere an LNCU

Wofür steht LNCU?

Lebensnaher Chemieunterricht (LNCU) ist aus einer einfachen, aber anspruchsvollen Überzeugung entstanden: Guter Chemieunterricht braucht mehr als eine bloße Aneinanderreihung von Inhalten. Er braucht tragfähige Ideen, nachvollziehbare didaktische Entscheidungen, lebensnahe Kontexte und Materialien, die im schulischen Alltag wirklich funktionieren. Seit 2002 arbeiten wir – mittlerweile zu viert – genau daran: Ehrenamtlich, offen lizenziert und konsequent aus der Praxis für die Praxis.

Unterrichtsbegleitung statt Materialsammlung

LNCU ist keine klassische Materialdatenbank sondern eine digitale Unterrichtsbegleitung für unsere Lernenden.
Sie als Lehrende können sich davon vielleicht für ihren Unterricht inspirieren lassen.

Wir bilden Unterrichtseinheiten bis hin zu ganzen Unterrichtsreihen zum direkten Einsatz im Unterricht ab. Immer natürlich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Exklusivität.

Beispielhafte Strukturierung einer Reihe.1

Sie finden hier kostenlose Anregungen

  • zu Aufgabenformaten und Materialien, die es den Lernenden ermöglichen, ein diskutables Lernprodukt zu erstellen.
  • in Form von Hilfen oder didaktischen Kommentaren, die Lernende unterstützen und Planungsentscheidungen für Lehrende transparent machen.
  • durch sichtbare Vernetzungen mit angrenzenden Themen, Reihen und Kompetenzen.
  • zu sinnvollen, lebensnahen und zugleich fachlich tragfähigen Kontexten als Ausgangspunkt oder in Anwendungen.
Problemorientierung und Schrittigkeit als roter Faden

LNCU hilft, problemorientierten Unterricht umzusetzen mit …

  • Leitfragen, die für Transparenz sorgen.
  • Aufgaben, die Denken erzwingen, nicht nur Abfragen.
  • Materialien mit vernetzten Darstellungsebenen, die in der Auseinandersetzung das Erstellen eines diskursiven Lernprodukts ermöglichen und zum Erläutern und Beurteilen befähigen,
  • bewussten Übergängen zwischen Stoff-, Teilchen- und Symbolebene.
  • bewussten Vernetzungen.
Weiteres

Beispiel der Ebenen, in denen ein Erläutern und Verständigung darüber funktionieren.2

Professionalsierung offen zugänglich machen

In unseren fachdidaktischen Beiträgen wollen wir professionelles Erfahrungswissen explizit mit Unterrichtspraxis verknüpfen. Damit öffnet LNCU einen Raum, der sonst oft auf Seminare oder informelle Gespräche beschränkt bleibt: Didaktische Entscheidungslogik wird transparent. Referendar:innen, Berufseinsteiger:innen und erfahrene Lehrkräfte können gleichermaßen darauf zurückgreifen – als Orientierung, Reflexionshilfe und Diskussionsgrundlage.
Da viele Kolleg:innen dies an unseren Fortbildungen schätzen, haben wir den Ansatz auf die Ausbildung ausgeweitet.

Weiteres

Wissen vernetzen.3

Wirkung bei Lernenden: Nähe, Sinn, Beteiligung

Rückmeldungen zeigen uns: Die Wirkung bleibt nicht auf Lehrkräfte beschränkt. Lernende erleben Chemie als verständlich, relevant und anschlussfähig. Alltagsbezüge, Experimente, Modellierungen und die gewählten Aufgabenformate fördern Beteiligung und Interesse – gerade bei komplexen oder abstrakten Themen.
Für Schüler:innen ergibt das Erlernen von Konzepten der Chemie „plötzlich Sinn“. Für uns ist das kein Nebeneffekt, sondern Kern der Idee.

Ein Projekt aus Überzeugung – und mit Zukunft

All das ist über Jahre hinweg ohne institutionelle Unterstützung entstanden, mit dem Wunsch, Unterricht in kollegialer Zusammenarbeit besser zu machen.

Mit dem aktuellen LNCU möchten wir diesen Weg weitergehen. Wir laden Interessierte ausdrücklich ein, mitzudenken, mitzudiskutieren und mitzuwirken und ermöglichen es auch Gastautorinnen und -autoren, Besonderes aus ihrem Unterricht vorzustellen.

Das Besondere an LNCU ist die konsequente Verbindung von Praxisnähe, fachlicher Tiefe, didaktischer Transparenz und Offenheit – getragen von Menschen, die Chemieunterricht als gestaltbare, verantwortungsvolle und sinnstiftende Aufgabe verstehen.

Good practice - beispielhaft und konkret

Sicher experimentieren – mit ChemZ und Erfahrung

Mit ChemZ-Techniken ermöglichen wir schülernahes, erprobtes, gefahrenarmes und zugleich anspruchsvolles Experimentieren.

Druck und Löslichkeit: Spritzenversuch mit ChemZ.4

3D-Druck – Chemie begreifbar machen

Durch 3D-gedruckte Modelle werden abstrakte Strukturen greifbar und Prozesse sichtbar.
So schlagen wir Brücken zwischen Teilchenebene und Realität – kreativ, offen zugänglich und praxiserprobt.
Mitunter ergänzen 3D-gedruckte Materialen auch unsere Sammlung und vereinfachen unsere Arbeit. Vorlagen stehen zunehmend allen Interessierten frei zur Verfügung.

Magnetapplikationen auf Whiteboards.5

Künstliche Intelligenz im sinnvollen Einsatz

Wir sind uns selbst nicht immer einig, ob und wie wir KI nutzen wollen! Aber wir zeigen auf, wo wir KI als Werkzeug einsetzen: z. B. als fiktive/r Gesprächspartner:in mit einer Rolle, Tutor:in, Sprachhilfe oder Ideengeber:in.
Didaktisch eingebettet kann KI individuelles Lernen erleichtern und Lehrkräfte entlasten– ohne das Denken zu ersetzen.

Besondere Dinge aus Schule – MINT, Erasmus, Fahrten und mehr

Wir berichten nicht nur über Unterricht, sondern über Schule als lebendigen Erfahrungsraum: Internationale Projekte und MINT-Initiativen samt interkulturellen Begegnungen oder auch die besondere Arbeit mit Kindern mit Fluchthintergrund in Projekten oder im Teamteaching.
LNCU zeigt, wie Lernen dann besonders wird, wenn Schule über das Klassenzimmer hinaus Wirkung entfaltet.

Methoden und Tools – nicht um ihrer selbst willen

Digitale oder analoge Methodenwerkzeuge werden dort eingesetzt, wo sie Lernen vertiefen. Nicht die Methode steht im Mittelpunkt, sondern ihr Beitrag zum Verstehen. Exemplarisch seien hier einmal animierte Diagramme, Filmleisten, Thinking classroom, Erklärvideos oder Mystery-Formate genannt.

Fachdidaktische Positionen umgesetzt

Wir setzen für uns sinnvolle und hilfreiche fachdidaktische Konzepte konkret um: Analogien, Ideen oder Modelle wie beispielsweise die Bälleschlacht und die Symbolik der Gleichgewichts, das PSE³ oder das WAAGER-Modell zur Bewertung erfahren so eine Anwendung und weitere Verbreitung.

Das WAAGER-Modell kurz dargestellt.6

Nachhaltigkeit als roter Faden

Nachhaltigkeit ist bei uns kein Zusatzthema, sondern durchzieht viele Materialien als fachlich fundierter und lebensnaher Kontext. Zahlreiche unserer Projekte greifen den Gedanken der Bildung für nachhaltige Entwicklung auf. Die Vielfalt haben wir ob ihrer Wichtigkeit unter einer eigenen Überschrift zusammengefasst.

Kontexte, die tragen

Kontextualisierung sind keine „nette Verpackung“, sondern ein didaktisches Gerüst.

Ein gewöhnlicher Tag am Meer wird beispielsweise zum Ausgangspunkt für ein systematisches Verständnis von Bindungspolarität, Molekülgestalt, Dipolen und zwischenmolekularen Wechselwirkungen.

Der Einsatz von Brommethan in der Containerbegasung oder die Gefährlichkeit der Aldehyde machen deutlich, wo Reaktionsmechanismen eine Rolle spielen.

Andere Materialien greifen Werbeaussagen (Die Extraportion Sauerstoff?, Handwärmer), kritisch zu bewertende Produkte (HotPots,  Aromastoffe oder Alkoholteströhrchen), reale Ereignisse (Die Katastrophe am Lake Nyos) oder gesellschaftliche Fragestellungen („Wie kann meine Schule klimaneutral werden?“) auf. Gemeinsam ist ihnen: Der Kontext bedarf der Fachlichkeit und Fachlichkeit dient der Erläuterung.

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Inspirieren – Entlasten – Vernetzen. Die Idee hinter LNCU
Praxisnah, erprobt und frei zugänglich: Good Practice im System Schule.
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