Aufgaben
- Es gibt Rollen aus einem breiten Spektrum von „ignorieren, wegschauen, (ver)zweifeln“ hin zu „Macher:in, Gestalter:in, Lösungsorientierte(r)“, jeweils männlich oder weiblich gelesen. Suche dir eine Rolle aus, die du einnehmen möchtest. Sie darf, muss aber nicht deiner eigenen Position nahekommen.
- Trage dich in die Übersichts-Liste der Rollen ein. Sei flexibel. Rollen können mehrfach vergeben sein, aber es wäre gut, wenn eine Reihe von verschiedenen Charakteren abgebildet werden.
- Finde dich in deine Rolle hinein. Lies die Rollenkarte intensiv. Recherchiere gegebenenfalls zu einzelnen darin angegebenen Punkten, um später realistisch argumentieren zu können. Mache dir Notizen: wie willst du dich in deiner Rolle den anderen vorstellen? Welche Ideen hast Du? Oder welche Bedenken hast Du? Teste gerne schon die Chatbots mit den Expert:innen.
Diese Rollen gibt es
Weiteres
Mögliche Rollen.1
Entschuldigt bitte, falls es den Namen einer Rolle in eurer Runde tatsächlich gibt. Wir können uns für den Fall auf einen anderen Namen einigen
Die Rollen der Zögernden, Skeptischen, Suchenden
- Finn/Finja (17): Zu Hause wird seit Jahren über steigende Kosten geredet – Klimaschutz klingt für sie/ihn nach Luxus. Stellt die Gerechtigkeitsfrage nicht aus politischer Überzeugung, sondern aus persönlicher Erfahrung.
- Mia/Milo (17): Verunsichert, hinterfragt durch Social Media den Klimawandel, sucht im Unterricht nach echten Antworten.
- Ben/Bea (16): Findet Klimaschutz wichtig – weiß aber nicht, wo anfangen. Nicht desinteressiert, nicht zynisch, sondern schlicht überfordert von der Komplexität des Themas
Details zu diesen Rollen
Finn/Finja ist 17 Jahre alt und hört zu Hause seit Jahren, dass alles teurer wird – Strom, Heizung, Lebensmittel. Die Eltern reden oft darüber, wie knapp es wird. Wenn dann in der Schule von Wärmepumpen, E-Autos und Solaranlagen die Rede ist, denkt Finn/Finja sofort: „Das können wir uns sowieso nicht leisten.“ Klimaschutz klingt für sie/ihn nach einem Luxusprojekt für Leute, die es sich leisten können. Das Unbehagen ist echt – aber die Schlussfolgerung daraus ist eine Blockade: Wenn wir das nicht zahlen können, soll doch bitte alles bleiben, wie es ist. Gleichzeitig merkt Finn/Finja, dass diese Blockade auch eine Frage ist: Warum sollen immer die „kleinen Leute“ für große Probleme zahlen – während andere sich einfach ein E-Auto kaufen und sich dabei gut fühlen?
Persönliche Prioritäten:
Die Familie nicht noch mehr belasten – finanziell läuft es ohnehin schon eng.
Keinen Lebensstil aufgeben, der sowieso schon bescheiden ist.
Verstehen, warum immer die „kleinen Leute“ für große Probleme zahlen sollen – während andere davon profitieren.
Wissen und Fachhintergrund:
Kennt Klimaschutz vor allem als Kostendiskussion – aus Gesprächen zu Hause, aus Nachrichten und aus sozialen Medien.
Hat wenig Wissen über Förderprogramme, Subventionen oder langfristige Einspareffekte.
Verbindet erneuerbare Energien automatisch mit hohen Anfangskosten – und nicht mit möglichen Entlastungen.
Hat ein feines Gespür dafür, wenn Lösungen nur für bestimmte Menschen funktionieren
Haltung/Standpunkt:
Nicht grundsätzlich klimaleugnerisch – aber erschöpft und abgewandt: „Ich glaube euch, dass es ein Problem ist. Aber wir können es nicht lösen.“
Reagiert gereizt, wenn Klimaschutz als einfach oder offensichtlich dargestellt wird.
Stellt die Gerechtigkeitsfrage – nicht als politische Position, sondern aus persönlicher Erfahrung: „Wer profitiert hier eigentlich?“
Spürt einen Widerspruch, kann ihn aber nicht auflösen: Dass alles bleibt wie es ist, geht auch nicht – das ahnt Finn/Finja, verdrängt es aber.
Debattenziele:
Fragt immer nach den Kosten – konkret und persönlich: „Was kostet das meine Familie?“
Benennt soziale Ungleichheit als zentrales Argument: „Wer kann sich das leisten – und wer nicht?“
Ist ansprechbar für Lösungen, die sozial abgefedert sind – aber misstraut Versprechen schnell.
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Nicht Bequemlichkeit, sondern echte Sorge – das ist der Unterschied zu anderen skeptischen Rollen.
Die Rolle hat das Potenzial, sowohl zu bremsen als auch zu überraschen – wenn die Diskussion die richtigen Anknüpfungspunkte bietet.
Leitfrage: „„Warum sollen immer die zahlen, die sich das am wenigsten leisten können?““
Mia/Milo ist 17 Jahre alt und verbringt viel Zeit auf TikTok und Instagram. Dort begegnen ihr/ihm immer wieder Videos und Kommentare, die den Klimawandel kleinreden, als übertrieben darstellen oder als politisches Konstrukt bezeichnen. Das hat sich festgesetzt – nicht weil Mia/Milo böswillig ist, sondern weil diese Inhalte einfach unterhaltsamer und zugänglicher wirken als wissenschaftliche Berichte. Der Chemieunterricht hat aber zuletzt Zweifel gesät: Die Daten, die dort besprochen wurden, ließen sich nicht so einfach wegwischen. Mia/Milo ist verunsichert – und weiß noch nicht, was sie/er damit anfangen soll.
Persönliche Prioritäten:
Verstehen, wem man eigentlich glauben kann – Wissenschaftler:innen, Influencern oder dem eigenen Gefühl.
Nicht als naiv oder leichtgläubig dastehen – weder vor den Klimaschützer:innen noch vor den Skeptiker:innen.
Keine großen Veränderungen im eigenen Alltag – zumindest nicht ohne echten Grund.
Wissen und Fachhintergrund:
Hat im Chemieunterricht erste belastbare Informationen zum Treibhauseffekt und zu CO2-Emissionen kennengelernt – und konnte diese nicht einfach abtun.
Kennt viele Gegenargumente aus sozialen Medien, kann deren Quellen aber nicht einschätzen.
Weiß intuitiv, dass „alle lügen“ keine vollständige Erklärung ist – aber hat noch keine Alternative dazu entwickelt.
Haltung/Standpunkt:
Schwankend und suchend: Mia/Milo zweifelt sowohl an den Alarmrufen als auch an der eigenen Skepsis.
Stellt echte Fragen – keine rhetorischen – weil sie/er wirklich verstehen möchte, was stimmt.
Ist offen für Überzeugung, wenn Argumente nachvollziehbar und nicht belehrend sind.
Reagiert empfindlich auf Bevormundung – wird dann schnell wieder defensiv.
Debattenziele:
Stellt grundlegende Verständnisfragen: „Woher wissen wir das eigentlich?“ oder „Kann man dem wirklich vertrauen?“
Bringt Aussagen aus sozialen Medien in die Diskussion ein und fordert heraus, diese zu widerlegen – oder zu bestätigen.
Entwickelt im Laufe der Sitzung schrittweise eine eigene begründete Position – das ist die eigentliche Reise dieser Rolle.
Ben/Bea ist 16 Jahre alt und findet Klimaschutz eigentlich wichtig – das ist keine Frage. Aber wenn sie/er sich damit beschäftigt, wird es sofort unübersichtlich: Soll man jetzt kein Fleisch mehr essen? Oder ist Fliegen das eigentliche Problem? Oder doch die Industrie? Und was bringt es überhaupt, wenn die Schule etwas ändert, solange China und die USA weitermachen wie bisher? Ben/Bea stellt diese Fragen nicht, um zu stören – sie/er stellt sie, weil sie/er wirklich nicht weiß, wo anfangen soll. Und weil niemand, den sie/er kennt, eine Antwort hat, die sich wirklich vollständig anfühlt.
Persönliche Prioritäten:
- Verstehen, was wirklich etwas bringt – und was nur gut klingt.
Nicht das Falsche tun und sich dabei gut fühlen. - Einen Anfangspunkt finden, der sich machbar anfühlt.
Wissen und Fachhintergrund:
- Hat im Unterricht und in den Medien viel über Klimaschutz gehört – aber die Informationen widersprechen sich manchmal.
- Kennt die großen Schlagworte – CO2, Treibhauseffekt, Klimaneutralität – aber kann sie nicht immer einordnen.
Weiß, dass individuelle Maßnahmen allein nicht reichen – aber weiß nicht, was dann.
Haltung/Standpunkt:
- Nicht desinteressiert, nicht zynisch – aber gelähmt. Die Komplexität des Themas führt dazu, dass sie/er lieber gar nichts tut als das Falsche.
- Stellt echte Fragen, die andere vielleicht nicht aussprechen – weil sie sich schämen, sie nicht zu wissen.
- Ist ansprechbar, wenn jemand konkret und ohne Überwältigung erklärt, was sinnvoll ist.
Debattenziele:
Stellt grundlegende Orientierungsfragen: „Was bringt am meisten?“ oder „Wo sollen wir überhaupt anfangen?“
Bremst Debatten, die zu schnell zu groß werden – und zwingt andere, konkret zu werden.
Entwickelt im Laufe der Sitzung vielleicht einen ersten eigenen Standpunkt – aber nur, wenn die Diskussion ihr/ihm dafür Raum lässt.
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Möchte nicht apathisch sein – aber braucht einen Anfang, der sich nicht nach Überforderung anfühlt.
Leitfrage: „Was wäre ein erster Schritt, der wirklich etwas bringt – und den ich auch wirklich tun kann?“
Die Rollen der Gestaltenden
- Maxi/Max (17): Optimistisch, setzt auf Technologie, will innovative Lösungen fördern.
- Nele/Nuri (17): Isst seit zwei Jahren kein Fleisch, kennt die CO₂-Bilanz ihres/seines Tellers – und will die Schulkantine ein Stück nachhaltiger machen, ohne dabei jemanden zu nerven.
- Lena/Linus (17): Fährt täglich Bus, ärgert sich über schlechte Verbindungen – und ist überzeugt, dass man Klimaschutz so erzählen kann, dass es andere wirklich interessiert.
- Lars/Lisa (26): Macht ihr/sein FÖJ an der Schule, hat ein Faible für kahle Betonhöfe – und konkrete Ideen, wie man sie in echte Klimaschutzprojekte verwandelt.
- Herr/Frau Schmidt (38): Engagierte/r Biologielehrer/in mit einer eingeschlafenen Nachhaltigkeits-AG im Gepäck – will diesmal etwas aufbauen, das auch noch steht, wenn die Begeisterung nachlässt.
- Frau/Herr Berger (50): Bürgermeister:in mit acht Jahren Erfahrung – will Klimaschutz voranbringen, denkt aber immer gleichzeitig daran, wer nächstes Jahr noch wählen geht.
- Herr/Frau Tanaka (48): Architekt:in für nachhaltiges Bauen – weiß, dass gute Konzepte oft am Budget scheitern, und hat gelernt, so zu argumentieren, dass sie es nicht mehr tun.
Details zu diesen Rollen
Maxi/Max ist 17 Jahre alt, technikbegeistert und überzeugt davon, dass moderne Technologien eine zentrale Rolle im Klimaschutz spielen. Sie/Er denkt pragmatisch: Lösungen sollen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch bezahlbar und alltagstauglich sein. Weil sie/er selbst viel zockt, kennt sie/er den Energieverbrauch digitaler Geräte aus eigener Erfahrung – und findet genau dort einen persönlichen Ansatzpunkt.
Persönliche Prioritäten:
- Klimaschutz durch Technik – ohne auf Dinge verzichten zu müssen, die man gerne mag.
- Lösungen, die auch für Leute mit normalem Budget funktionieren.
- Zeigen, dass Nachhaltigkeit und Technikbegeisterung kein Widerspruch sind.
Wissen und Fachhintergrund:
- Kennt sich mit erneuerbaren Energien, Batterietechnologie und E-Mobilität ein wenig aus – aus eigenem Interesse, nicht aus dem Unterricht.
- Weiß, dass Rechenzentren und Gaming-Server enorm viel Strom verbrauchen, und hat sich gefragt, wie man das effizienter gestalten könnte.
- Kennt Grundzüge von Solaranlagen und Wärmepumpen – und hat eine Meinung dazu, was realistisch ist und was nicht.
Haltung/Standpunkt:
- Optimistisch, aber nicht naiv: Glaubt an technologischen Fortschritt, rechnet aber auch mit Kosten und Anlaufschwierigkeiten.
- Ungeduldig gegenüber reinen Verzichtsdebatten – findet, dass man Probleme lieber lösen als verwalten sollte.
- Offen für andere Perspektiven, solange sie konkret und umsetzbar sind.
Debattenziele:
- Setzt sich für ein Solarprojekt auf dem Schuldach ein.
- Will Ladestationen für E-Bikes und E-Mopeds auf dem Schulgelände.
- Fragt bei jedem Vorschlag: „Wie viel spart das wirklich – und was kostet es?“
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Hat selbst überlegt, sein Moped auf Elektro umzurüsten – und weiß, dass das mit Förderung realistisch wäre.
Leitfrage: „Warum streiten wir über Verzicht, wenn es längst bessere Technik gibt?“
Nele/Nuri ist 17 Jahre alt und isst seit zwei Jahren kein Fleisch mehr – nicht aus Zwang, sondern weil sie/er sich damit auseinandergesetzt hat, was auf dem Teller landet und woher es kommt. Sie/Er nervt niemanden damit, aber wenn das Thema Ernährung aufkommt, hat sie/er Argumente. Und die sitzen.
Persönliche Prioritäten:
- Ernährung als unterschätzten Hebel im Klimaschutz sichtbar machen.
- Zeigen, dass nachhaltig essen nicht teuer, kompliziert oder freudlos sein muss.
- Regionale und saisonale Produkte stärken – auch in der Schulkantine.
Wissen und Fachhintergrund:
- Kennt die CO2-Bilanz verschiedener Lebensmittel und weiß, dass Ernährung einen größeren Hebel hat als viele denken.
- Weiß, welchen Einfluss Massentierhaltung auf Treibhausgasemissionen hat – Methan, Lachgas, Flächenverbrauch.
- Kennt Beispiele, wie Schulkantinen mit einfachen Mitteln klimafreundlicher geworden sind.
Haltung/Standpunkt:
- Überzeugend ohne missionarisch zu sein – sie/er will neugierig machen, nicht bekehren.
- Versteht, dass nicht alle sofort alles ändern wollen oder können – und findet das okay.
- Findet aber auch, dass „ich will das nicht“ kein Argument ist, wenn es um Fakten geht.
Debattenziele:
- Setzt sich für mehr pflanzliche Gerichte in der Schulkantine ein – als Ergänzung, nicht als Verbot.
- Schlägt einen Workshop vor, bei dem SuS die CO2-Bilanz verschiedener Mahlzeiten selbst ausrechnen.
- Will, dass regionale Produkte beim Einkauf der Kantine bevorzugt werden.
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Hat selbst gemerkt, dass kleine Änderungen im Alltag mehr bringen als gedacht – und möchte das weitergeben.
Leitfrage: „Was wäre, wenn wir einfach mal ausprobieren, was möglich ist?“
Lena/Linus ist 17 Jahre alt und macht seit einem Jahr selbst Content – meistens über Musik und Alltag, aber seit kurzem auch über Dinge, die sie/ihn wirklich beschäftigen. Eines davon ist Mobilität: Sie/Er fährt täglich mit dem Bus zur Schule und ärgert sich regelmäßig über Verspätungen, fehlende Verbindungen und Mitschüler:innen, die für fünf Minuten mit dem Auto vorgefahren werden. Sie/Er ist überzeugt, dass bessere Mobilität einer der einfachsten Hebel wäre – und dass man das auch so erzählen kann, dass es andere interessiert.
Persönliche Prioritäten:
- Mobilität an der Schule und in der Kommune verbessern – konkret und spürbar.
- Zeigen, dass nachhaltiger Alltag nicht nach Verzicht aussehen muss.
- Gute Ideen sichtbar machen – innerhalb und außerhalb der Schule.
Wissen und Fachhintergrund:
- Kennt die Schwächen des lokalen ÖPNV aus täglicher Erfahrung.
- Hat sich angeschaut, wie andere Schulen oder Städte Mobilitätsprobleme gelöst haben.
- Versteht, wie Inhalte in sozialen Medien funktionieren – und nutzt das bewusst, wenn sie/er etwas bewegen will.
Haltung/Standpunkt:
- Konkret und ungeduldig – redet lieber über lösbare Probleme als über große Krisen.
- Glaubt, dass viele Leute mitmachen würden, wenn Klimaschutz nicht so belehrend daherkäme.
- Weiß, dass ein guter Beitrag allein nichts verändert – aber dass Sichtbarkeit der erste Schritt ist.
Debattenziele:
Setzt sich für bessere Anbindung der Schule an den ÖPNV ein – und für ein vergünstigtes Ticket für Schüler:innen.
Schlägt vor, Klimaschutzprojekte der Schule dokumentiert und öffentlich sichtbar zu machen.
Fragt bei jedem Vorschlag: „Wie erklären wir das so, dass es jemanden bewegt, der eigentlich gar nicht zuhören wollte?“
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Findet es verschwendet, wenn gute Ideen in der Schule entstehen und niemand außerhalb davon erfährt.
Leitfrage: „Was wäre, wenn wir einfach mal zeigen, was hier möglich ist?“
Lars/Lisa ist 26 Jahre alt und macht gerade ihr/sein Freiwilliges Ökologisches Jahr an der Schule. Sie/Er hat vorher Umweltwissenschaften studiert, aber nach zwei Semestern gemerkt, dass sie/er lieber direkt etwas tut als darüber zu lesen. Das FÖJ war eine spontane Entscheidung – und bisher eine gute. Sie/Er ist weder Schüler:in noch Lehrkraft, sitzt aber genau dazwischen: nah genug an den SuS, um zu verstehen, was sie bewegt, und alt genug, um mit Lehrkräften und Schulleitung auf Augenhöhe zu sprechen. Über das FÖJ hat sie/er außerdem Kontakt zu lokalen Umweltinitiativen aufgebaut – und ein konkretes Herzensthema entwickelt: den Schulaußenraum. Kahle Betonhöfe, versiegelte Flächen, kein Schatten im Sommer – das findet Lars/Lisa verschwendete Chance. Bäume, Beete, Versickerungsflächen, mehr Aufenthaltsqualität – das wäre für sie/ihn ein sichtbarer, gemeinschaftlich umsetzbarer erster Schritt.
Persönliche Prioritäten:
- Den Schulhof als Klimaschutzprojekt begreifen – sichtbar, erlebbar und gemeinsam umsetzbar.
- Brücken bauen zwischen Schüler:innen, Lehrkräften und externen Organisationen.
- Etwas hinterlassen, das nach dem FÖJ noch da ist.
Wissen und Fachhintergrund:
- Hat Grundkenntnisse in Umweltwissenschaften – genug, um Zusammenhänge zu erklären, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
- Kennt lokale Initiativen und Fördermöglichkeiten für Begrünungsprojekte.
- Weiß, wie Schulhofbegrünung konkret funktioniert – welche Pflanzen, welche Kosten, welche Förderprogramme.
- Hat Kontakte zu lokalen Umweltorganisationen, die solche Projekte begleiten können.
Haltung/Standpunkt:
- Pragmatisch und verbindend – sucht keine Konfrontation, sondern Anknüpfungspunkte.
- Nimmt beide Seiten ernst: versteht die Ungeduld der SuS und die Einschränkungen der Institution Schule.
- Manchmal frustriert, wenn gute Ideen an Zuständigkeiten oder Bürokratie scheitern – aber nicht zynisch.
Debattenziele:
Setzt sich konkret für ein Begrünungsprojekt auf dem Schulhof ein – mit Pflanzen, Beeten und Versickerungsflächen.
Will Kooperationen mit lokalen Organisationen anbahnen – weil sie/er die Kontakte hat.
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Will nach dem FÖJ wissen, dass der Schulhof ein Stück grüner ist als vorher – und dass das die Schüler:innen selbst gemacht haben.
Leitfrage: „Was können wir gemeinsam anpflanzen – im wörtlichen und übertragenen Sinne?“
Herr/Frau Schmidt ist 38 Jahre alt und unterrichtet Biologie und Chemie. Sie/Er engagiert sich seit Jahren für Nachhaltigkeit an der Schule – nicht laut, aber beständig. Hat schon eine Nachhaltigkeits-AG aufgebaut, die nach zwei Jahren mangels Unterstützung wieder eingeschlafen ist. Das hat sie/ihn nicht verbittert, aber vorsichtiger gemacht: Sie/Er weiß, dass gute Ideen allein nicht reichen, wenn niemand sie trägt.
Persönliche Prioritäten:
- Projekte, die wirklich umgesetzt werden – nicht nur geplant.
Schüler:innen als echte Akteure einbinden, nicht nur als Publikum. - Strukturen schaffen, die auch dann noch funktionieren, wenn sie/er nicht mehr dabei ist.
Wissen und Fachhintergrund:
- Kennt BNE-Ansätze und fächerübergreifende Projektformate aus eigener Erfahrung.
- Weiß, welche Fördermöglichkeiten es für Schulprojekte gibt – und welche bürokratischen Hürden damit verbunden sind.
- Hat ein realistisches Bild davon, was an einer Schule tatsächlich umsetzbar ist.
Haltung/Standpunkt:
- Engagiert, aber geerdet – hat gelernt, dass Begeisterung allein nichts trägt.
- Unterstützt Ideen der SuS aktiv, bremst aber auch, wenn Vorschläge an der Realität vorbeigehen.
- Findet, dass Schule mehr sein kann als Lehrplan – aber weiß auch, wie viel das kostet.
Debattenziele:
- Setzt sich für einen Schüler-Klimaausschuss ein, der institutionell verankert ist – nicht als AG, die wieder einschläft.
- Will konkrete, kleine Maßnahmen, die schnell sichtbar werden und Vertrauen aufbauen.
- Fragt bei vielen Vorschlägen: „Wer trägt das – und wie lange?“
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Hat selbst erlebt, wie frustrierend es ist, wenn Engagement ins Leere läuft – und will das diesmal anders machen.
Leitfrage: „Wie bauen wir etwas, das auch noch funktioniert, wenn die Begeisterung nachlässt?“
Herr/Frau Berger ist 50 Jahre alt und seit acht Jahren Bürgermeister:in. Sie/Er hat in dieser Zeit gelernt, dass gute Absichten allein nichts kosten – aber schlechte Entscheidungen sehr wohl. Klimaschutz findet sie/er richtig und wichtig, aber sie/er denkt immer gleichzeitig daran, wer nächstes Jahr noch wählen geht und welche Unternehmen in der Stadt Arbeitsplätze sichern. Das ist kein Zynismus – das ist der Job.
Persönliche Prioritäten:
- Klimaschutz voranbringen, ohne dabei Teile der Bevölkerung oder der lokalen Wirtschaft zu verlieren.
- Fördermittel aktiv einwerben – weil die Kommune alleine kaum handlungsfähig ist.
- Glaubwürdig bleiben – wer zu viel verspricht und zu wenig liefert, verliert das Vertrauen.
Wissen und Fachhintergrund:
- Kennt kommunale Förderprogramme und weiß, wie man Anträge stellt – und wie lange das dauert.
- Weiß, dass Schulen als öffentliche Gebäude ein naheliegender Ansatzpunkt für kommunale Klimaschutzmaßnahmen sind.
Haltung/Standpunkt:
- Ausgleichend, aber nicht beliebig – sucht Lösungen, die mehrheitsfähig sind, nicht solche, die alle begeistern.
- Vorsichtig bei Versprechen, die die Kommune nicht einhalten kann.
- Offen für Kooperationen mit Schule, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – weil alleine nichts geht.
Debattenziele:
- Setzt sich für eine Zusammenarbeit zwischen Schule, Kommune und lokalen Unternehmen ein – mit konkreten Fördermitteln im Blick.
- Will realistische, schrittweise Maßnahmen – keine großen Würfe, die dann stecken bleiben.
- Fragt prinzipiell: „Wer finanziert das – und ist das politisch durchsetzbar?“
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Möchte in ihrer/seiner Amtszeit etwas anstoßen, das über die nächste Wahl hinausreicht.
Leitfrage: „Wie kommen wir einen Schritt weiter – ohne dabei jemanden zu verlieren, den wir noch brauchen?“
Herr/Frau Tanaka ist 38 Jahre alt und arbeitet als Architekt:in mit Schwerpunkt nachhaltiges Bauen. Sie/Er hat in den letzten Jahren gemerkt, dass die besten Konzepte oft am Budget scheitern – oder daran, dass Auftraggeber lieber das Bekannte wählen als das Bessere. Das frustriert sie/ihn, aber es hat sie/ihn auch gelernt, realistisch zu argumentieren: Nachhaltiges Bauen muss sich rechnen, sonst setzt es sich nicht durch.
Persönliche Prioritäten:
- Zeigen, dass energieeffizientes Bauen langfristig günstiger ist – nicht teurer.
- Öffentliche Gebäude wie Schulen als Vorbilder für nachhaltige Architektur etablieren.
- Lösungen vorschlagen, die auch mit begrenztem Budget funktionieren.
Wissen und Fachhintergrund:
- Kennt sich mit Passivhäusern, Solararchitektur, begrünten Fassaden und Altbausanierung aus.
- Weiß, welche Förderprogramme es für energetische Sanierung öffentlicher Gebäude gibt.
- Hat konkrete Erfahrung mit Schulprojekten – und weiß, wo es dabei typischerweise hakt.
Haltung/Standpunkt:
- Visionär, aber geerdet – präsentiert keine Traumschlösser, sondern umsetzbare Schritte.
- Ungeduldig, wenn Kostengründe als Totschlagargument gegen nachhaltige Lösungen eingesetzt werden.
- Überzeugt, dass Klimaschutz am Gebäude sichtbar sein muss – nicht nur in Zahlen, sondern erlebbar.
Debattenziele:
Schlägt konkrete bauliche Maßnahmen für die Schule vor – Dämmung, Solaranlage, Begrünung – mit realistischen Kostenschätzungen.
Will aufzeigen, welche Fördermittel verfügbar sind und wie man sie beantragen kann.
Fragt bei jedem Gegenargument: „Haben Sie die Langzeitkosten eingerechnet?“
Ergänzende Hinweise:
Motivation: Hat selbst an einem Schulprojekt gearbeitet, bei dem eine Solarfassade die Energiekosten deutlich gesenkt hat – und will zeigen, dass das kein Einzelfall ist.
Leitfrage: „Was kostet es wirklich – und was kostet es, es nicht zu tun?“

