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LEBENSNAHER CHEMIEUNTERRICHT

SUCHERGEBNISSE: 255
Chemie
Sekundarstufe II
Reaktionsgeschwindigkeit & Gleichgewichte
Planetare Grenzen & Le Chatelier
Datum:

Kohlenstoffdioxid rauf – pH-Wert runter?

Wir prüfen den Zusammenhang experimentell

01.06.2026
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Gregor von BorstelGregor von Borstel
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Die Idee dahinterPDF

Die Idee dahinter

Ziele
Die Lernenden können experimentell zeigen, dass eine Änderung der CO₂-Konzentration bzw. des CO₂-Drucks in der Gasphase das Löslichkeitsgleichgewicht und den pH-Wert der wässrigen Phase verschiebt.

Die Lernenden ...

  • planen und führen Experimente zur Änderung der CO₂-Konzentration und des CO₂-Drucks über einer wässrigen Lösung durch und protokollieren die Beobachtungen fachgerecht.
  • schlussfolgern schrittweise aus den Beobachtungen beider Versuche den Zusammenhang zwischen dem Partialdruck von CO₂ in der Gasphase und dem pH-Wert der wässrigen Lösung und formulieren diesen unter Verwendung der Begriffe Störung und Neueinstellung des Gleichgewichts.
  • erläutern den Unterschied zwischen Konzentration und Partialdruck bei Gasen und wenden dadurch das Henry-Gesetz qualitativ als Grundlage für die Erklärung der Löslichkeit von CO₂ an, ohne es konkret zu kennen oder zu benennen.
Beschreibung

Fokus: Hier wird die Hypothese aus dem Einstieg experimentell geprüft. Im Zentrum steht der Zusammenhang zwischen einer Störung in der Gasphase – Erhöhung der Konzentration (V1) bzw. Erniedrigung des Drucks (V2) – und dem pH-Wert der Lösung darunter. Die beiden Versuche machen beide Stör-Richtungen anekdotisch erfahrbar, bevor sie modelliert werden.

Vernetzung: Die Einheit prüft die zuvor formulierte Vermutung und liefert die Beobachtungsdaten, die in der folgenden Modell-Einheit („Wechselspiel“) mit Q und K erklärt werden. V2 (Druckerniedrigung) ist zugleich die experimentelle Grundlage für die spätere CDR-Bewertung.

Schrittigkeit: Versuch V1 und V2 direkt nacheinander, getrennte Protokolle, dann die fünfschrittige Schlussfolgerung (Zu Beginn – Störung – nach einiger Zeit – erneut Störung – wieder etwas später). M2 sichert vorher das Verständnis von Konzentration, Druck und Partialdruck als Voraussetzung dafür, beide Versuche als dieselbe Gleichgewichtsstörung zu deuten.

Lernprodukt: Die ausformulierte fünfschrittige Schlussfolgerung, die Konzentrations- und Druckänderung in der Gasphase mit dem pH-Wert verknüpft. Beim Vorstellen erläutern Lernende Schritt für Schritt, wie eine Störung auf das gekoppelte Gleichgewicht wirkt, und belegen jede Aussage mit einer konkreten Beobachtung.

M1

Veränderung der Kohlenstoff­dioxid­konzentration in der Atmosphäre

Weiteres

Expert:innen gehen davon aus, dass die Weltmeere in den letzten Jahrzehnten einen großen Teil des zusätzlich in die Atmosphäre gebrachten Kohlenstoffdioxids aufgenommen haben.

 Zugleich verändert sich auch die Oxonium-Ionenkonzentration und damit der pH-Wert der Ozeane.

Weiteres
Schutzbrille

Welche Auswirkungen dies für Lebewesen konkret hat, werden wir noch sehen. Zuerst wollen wir experimentell prüfen, ob die Erhöhung der Konzentration von Kohlenstoffdioxid über einer wässrigen Lösung, die Menge an gelöstem Kohlenstoffdioxid und der pH-Wert der Lösung tatsächlich zusammenhängen.

Dann lass uns dies direkt im Anschluss auch für die Erniedrigung testen: man plant ja Kohlenstoffdioxid wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Würde das zugleich eine Versauerung der Meere verringern?

Aufgaben zu V1

  1. Führen Sie die Versuche V1 und V2 direkt hintereinander durch.
  2. Legen Sie zwei Versuchsprotokolle (Beginn jeweils via copy & paste) an und halten Sie darin alle Beobachtungen fest.
V1

Erhöhung der Kohlenstoff­dioxid­konzentration

Versuchsfrage und -design

Was bewirkt eine Konzentrationserhöhung des Gases über der wässrigen Lösung? Wir tauschen einmal die Luft über der Flüssigkeit gegen reines Kohlenstoffdioxid aus, um dies zu testen.

Materialien
  • Schutzbrille
  • Becherglas 400 mL
  • Spritze 30 mL
    • mit 10 mL wässriger Indikator-Lösung befüllen
  • Spritze 12 mL
    • mit 10 mL Kohlenstoffdioxid befüllen
  • Dreiwegehahn
Chemikalien
  • Wasser
  • Mischindikator Nr. 5 in Ethanol
    • auch Tashiro-Indikator, Farbumschlag bei ca. pH 5,2
  • Kohlenstoffdioxid
    • Von der Lehrkraft einzufüllen
Aufbau und Durchführung

Versuchsaufbau und Farbe des Indikators bei verschiedenene pH-Werten.1

  • In einem Becherglas werden (für den Kurs) so viele Tropfen Indikator zu 200 mL Wasser gegeben, dass eine deutliche Grünfärbung wahrnehmbar ist.
  • Aus dem Becherglas werden 10 mL der Lösung in einer 30 mL Spritze aufgezogen.
  • Die 12 mL Spritze wird aus einem Spender mit Kohlenstoffdioxid befüllt.
  • Über den 3-Wegehahn gibt man das Kohlenstoffdioxid zu der wässrigen Indikatorlösung in die 30 mL Spritze. Dies simuliert eine extreme Anreicherung der Atmosphäre mit Kohlenstoffdioxid. Der Hahn wird verschlossen und die kleine Spritze abgeschraubt. Durch Schütteln kann man eine Wellenbewegung des Oberflächenwassers simulieren.
  • Beobachten Sie, ob sich das Volumen des Gases Kohlenstoffdioxid verringert oder es zu einem Farbwechsel der wässrigen Lösung mit Indikator kommt.
Entsorgen und Aufräumen
  • Die Lösung in der 30 mL Spritze wird in Versuch 2 weiter benötigt.

V2

Verringerung des Drucks in der Gasphase

Versuchsfrage und -design

Was bewirkt nachfolgend eine Druckerniedrigung des Gases über der wässrigen Lösung? Wir vergrößern einmal das Volumen der Gasphase über der Flüssigkeit, um dies zu testen.

Materialien
  • Schutzbrille
  • Spritze 30 mL
    • mit wässriger Indikator-Lösung aus V1 befüllt
  • Spritze 12 mL
  • Dreiwegehahn
  • Kombiverschlussstopfen
Chemikalien
  • wässrige, kohlenstoffdioxidhaltige Lösung aus V1
    • enthält Tashiro-Indikator, Farbumschlag bei ca. pH 5,2
Videografie- falls Versuch nicht durchführbar

Zugabe von Kohlenstoffdioxid und anschließende Druckverminderung2

Aufbau und Durchführung

Versuchsaufbau zur Druckverminderung über der Lösung1

  • Verbinden Sie die Spritzen erneut über den 3-Wegehahn und geben Sie aus der 30 mL Spritze ca. 2 mL der gefärbten Lösung zurück in die 12 mL Spritze.
  • Die 30 mL Spritze wird abgenommen, verschlossen und zum Farbvergleich bei Seite gelegt.
  • Der Stempel der kleinen Spritze wird maximal herausgezogen und festgehalten. Dieser kann wahrweise mit einem Nagel arretiert werden, sofern ein Loch im Stempel vorhanden ist.
  • Schütteln Sie die Spritze, um eine Bewegung des Oberflächenwassers zu simulieren.
  • Beobachten Sie, ob Gasblasen aufsteigen oder es zu einem Farbwechsel kommt.
Entsorgen und Aufräumen
  • Reste in den Ausguss geben und mit viel Wasser nachspülen.

  • Geräte mit Wasser spülen und an der Luft trocknen.

  • Alle Materialien an ihren Ursprungsort zurückstellen.

Aufgaben zur Auswertung

  1. Erklären Sie mit Hilfe von M2, warum wir zur experimentellen Prüfung der Aussagen aus M1 im Modellversuch 
    1. sowohl die Konzentration an Kohlenstoffdioxid in der Gasphase erhöhen können wie in V1,
    2. als auch den Druck von Kohlenstoffdioxid durch ein Vergrößern der Gasphase erniedrigen können wie in V2 .
  2. Schlussfolgern Sie Schritt für Schritt, welchen  allgemeinen Zusammenhang die beiden Versuche zwischen einer Veränderung der Konzentration von Kohlenstoffdioxid c(CO2) oder des Drucks von Kohlenstoffdioxid p(CO2) in der Gasphase und dem pH-Wert der wässrigen Lösung darunter zeigen.
    Nutzen Sie die fünf Schritte, die in den Anregungen vorgegeben sind.
M2

Konzentration und Druck eines Gases

Weiteres

Konzentrationsangaben in der Luft erfolgen oft in ppm oder Vol%:

  • ppm (parts per million) gibt an, wie viele Teilchen eines Stoffes unter 1 000 000 Teilchen Luft vorhanden sind (z. B. 420 ppm CO2).
  • Vol% (Volumenprozent) gibt an, wie viel Volumenanteil ein Gas am Gesamtvolumen hat (z. B. 21 Vol% O2).

Der Druck in Gasen hängt aber zugleich davon aber, wie viele Teilchen sich in einem bestimmten Volumen befinden.

Weiteres

Bei konstanter Temperatur sind Druck und Konzentration proportional.

Gasgesetz mit R als Gaskonstanten

Merke:

  • Mehr Teilchen pro Volumen führen zu einem höheren Druck.
  • Mehr Teilchen im gleichen Raum → mehr Stöße → höherer Druck.

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Kohlenstoffdioxid rauf – pH-Wert runter?
Wir prüfen den Zusammenhang experimentell
https://lncu.davidweninger.de/material/co2-rauf-ph-runter/