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LEBENSNAHER CHEMIEUNTERRICHT

SUCHERGEBNISSE: 255
Chemie
Sekundarstufe II
Reaktionsgeschwindigkeit & Gleichgewichte
Planetare Grenzen & Le Chatelier
Datum:

Das Haber-Bosch-Verfahren

Wie Chemie die Ernährung der Menschheit veränderte

20.05.2026
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Gregor von BorstelGregor von Borstel
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Die Idee dahinterPDF

Die Idee dahinter

Ziele
Die Schüler:innen können die Ammoniaksynthese chemisch beschreiben, die Bedingungen des Verfahrens mit dem chemischen Gleichgewicht und dem Prinzip von Le Chatelier begründen und die gesellschaftliche Bedeutung des Verfahrens einschätzen.

Die Lernenden ...

  • formulieren die Reaktionsgleichung der Ammoniaksynthese und charakterisieren sie als Gleichgewichtsreaktion.
  • begründen die Wahl von Druck, Temperatur und Katalysator mithilfe des Prinzips von Le Chatelier und der Reaktionskinetik.
  • erläutern die Rolle des Eisenkatalysators und unterscheiden Reaktionsgeschwindigkeit und Gleichgewichtslage.
  • beschreiben die historische Entwicklung des Verfahrens und die Beiträge von Haber und Bosch.
  • beurteilen die Bedeutung des Verfahrens für die Welternährung sowie seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
  • diskutieren aktuelle Entwicklungen wie grünes Ammoniak als mögliche Alternative.
Beschreibung

Auf der vorherigen Seite wurde deutlich, dass Stickstoff zwar in großer Menge in der Atmosphäre vorkommt, für Pflanzen jedoch meist nicht direkt nutzbar ist. Damit stellt sich die Frage, wie es gelang, Luftstickstoff technisch verfügbar zu machen und dadurch die landwirtschaftliche Produktion massiv zu steigern.

Die vorliegende Seite behandelt deshalb das Haber-Bosch-Verfahren als eines der bedeutendsten chemisch-technischen Verfahren der Moderne. Im Zentrum steht dabei die Verbindung von chemischem Gleichgewicht, Reaktionskinetik und technischer Umsetzung im industriellen Maßstab.

Die Lernenden untersuchen, warum die Ammoniaksynthese trotz bekannter Reaktionsgleichung lange nicht technisch nutzbar war und welche Lösungen Fritz Haber und Carl Bosch entwickelten. Dabei wird das Prinzip von Le Chatelier nicht nur theoretisch angewendet, sondern als reales Optimierungsproblem der chemischen Industrie erfahrbar gemacht.

Anhand des technischen Kreislaufs der Anlage erkennen die Lernenden, warum hohe Drücke, mittlere Temperaturen, Katalysatoren sowie das kontinuierliche Entfernen des Produkts entscheidend sind. Dadurch wird chemisches Gleichgewicht als dynamischer und technisch steuerbarer Prozess verstanden.

Anschließend wird die globale Bedeutung des Verfahrens betrachtet: Die industrielle Ammoniakproduktion ermöglicht die Ernährung eines großen Teils der Weltbevölkerung, ist jedoch gleichzeitig mit hohem Energieverbrauch und erheblichen Umweltfolgen verbunden. Damit bildet die Seite die fachliche Grundlage für die folgende Auseinandersetzung mit Überdüngung und planetaren Grenzen.

Zum Abschluss wird die ambivalente Persönlichkeit Fritz Habers angeschnitten. Die Lernenden begegnen damit exemplarisch der Frage, wie wissenschaftliche Leistungen, gesellschaftlicher Nutzen und persönliche Verantwortung miteinander verknüpft sein können. Eine vertiefende Auseinandersetzung erfolgt anschließend in einem eigenen Material zur Diskussion um die Umbenennung der Fritz-Haber-Straße nach dem WAAGER-Modell.

Einbettung

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Diese Seite befindet sich noch im Aufbau. Wir entwickeln das Material schrittweise und machen den Prozess bewusst sichtbar.
Für Ideen, Rückmeldungen oder Fragen kann man die Kommentarfunktion nutzen.

M1

Probleme und Lösungen bei der Stickstofffixierung

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Sprechblase – wie würdest du es anstellen?

Es sieht so einfach aus

Reaktionsgleichung

Was ist das Problem? Was sind die Lösungen?

M2

Von Habers Labor zur großtechnischen Anlage

Weiteres

Im Jahr 1909 arbeiteten Fritz Haber und sein Team in Karlsruhe an einem Problem, das viele Wissenschaftler damals für kaum lösbar hielten: der technischen Nutzung des Stickstoffs aus der Luft.1 Damit Stickstoff und Wasserstoff zu Ammoniak reagieren konnten, mussten hohe Drücke, Temperaturen von etwa 500 °C und geeignete Katalysatoren kombiniert werden. Viele Versuche scheiterten, Apparaturen wurden undicht oder hielten den Belastungen nicht stand. Immer wieder mussten neue Materialien getestet und technische Lösungen entwickelt werden.2 Am 2. Juli 1909 gelang schließlich erstmals die kontinuierliche Herstellung kleiner Mengen flüssigen Ammoniaks aus Stickstoff und Wasserstoff. Die Apparatur produzierte zunächst nur wenige Tropfen pro Stunde – dennoch gilt dieser Tag als entscheidender Durchbruch des späteren Haber-Bosch-Verfahrens.3

Weiteres

Bereits ab 1910 begann die BASF unter Leitung von Carl Bosch mit der Entwicklung großtechnischer Hochdruckanlagen. Bosch gelang es, Habers Laborversuch in ein industrielles Verfahren zu überführen. Dafür mussten unter anderem riesige Hochdruckreaktoren entwickelt, neue hitze- und druckbeständige Werkstoffe gefunden sowie Probleme mit undichten Leitungen, Explosionen und der Versprödung von Stahl durch Wasserstoff gelöst werden. 1913 nahm schließlich die erste industrielle Anlage zur Ammoniakproduktion in Oppau den Betrieb auf. Carl Bosch erhielt später gemeinsam mit Friedrich Bergius den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1931 für die Entwicklung chemischer Hochdruckverfahren.4

Bilder

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Auch die Chemikerin und erste Ehefrau von Fritz Haber, Clara Immerwahr begleitete Habers wissenschaftliche Arbeit fachlich und diskutierte seine Forschung mit ihm. Nach der Geburt ihres Sohnes konnte sie ihre eigene wissenschaftliche Arbeit jedoch kaum noch fortführen, da Frauen damals meist keine gleichberechtigten Möglichkeiten in Forschung und Hochschule erhielten.5 Für die „Synthese von Ammoniak aus seinen Elementen“ erhielt dann Fritz Haber später den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1918, der auch aufgrund des Krieges erst 1920 verliehen wurde. Der Preis war damals umstritten: Einige französische und britische Wissenschaftler blieben der Verleihung fern, da Haber wegen seiner Rolle im chemischen Krieg des Ersten Weltkriegs kritisch gesehen wurde.6 Die problematischen Seiten dieser Geschichte werden später noch betrachtet.

M3

Querschnitt einer Anlage

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Hotspotbild – erklären lassen

M4

Bom Ammoniak zum Dünger

Weiteres

Ostwald, Nitrat – Zahlen zu Düngemittelproduktion – Zahlen weltweit

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Das Haber-Bosch-Verfahren
Wie Chemie die Ernährung der Menschheit veränderte
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